Eins in Mathe, Null im Schulsport

Schon die alten Griechen wussten, dass Körper und Geist gleich wichtig sind. In den Schulen wird fast ausschließlich der Geist gefördert. Warum der Schulsport den meisten Schülern stinkt und wie man Bewegungsmuffel für Sport begeistern kann, verraten wir hier.

Dicke Bilanz

Fakt ist: Es gibt immer mehr Übergewichtige – gerade unter den Jüngeren. Das sagt eine Studie des europäischen Parlaments. Je weniger man sich bewegt, desto mehr gesundheitliche Probleme plagen einen. Dazu gehört nicht nur die Fettleibigkeit, sondern auch Probleme wie Rückenschmerzen, die durch zu langes Sitzen verursacht werden. Von Kindesbeinen an sollte regelmäßige Bewegung also eine Selbstverständlichkeit sein. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Denn den Hintern auf der Couch zu parken ist immer einfacher.

Für viele Kinder ist der Sportunterricht heute die einzige Zeit, in der sie sich körperlich betätigen. In der Schule und zu Hause sitzen sie sonst ständig herum. Egal ob im Unterricht, bei den Hausaufgaben, vorm Computer oder vorm Fernseher: trainiert werden hier höchstens die Finger. Natürlich gibt es Ausnahmen, doch sportlich zu sein muss auch gelernt sein. Schon in der Grundschule sollte deshalb Bewegung mit Spaß und Vergnügen verknüpft werden.

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Glaubt man der Studie des Europäischen Parlaments sieht die Realität anders aus. Immer weniger Schüler nehmen überhaupt noch am Schulsport teil. Findet dann Sportunterricht statt, ist er meist viel zu kurz. In europäischen Schulen werden gerade mal 100 Minuten pro Woche der Bewegung gewidmet. Doch woran liegt es, dass der Sportunterricht bei den Schülern so unbeliebt ist?

Schlecht ausgebildete Lehrer, heruntergekommene Turnhallen

In den Schulsport wird nicht besonders viel investiert. In vielen Fällen arbeiten unqualifizierte und schlecht ausgebildete Lehrer in diesem Fach. Einige sind keine richtigen Pädagogen und andere sehen nicht mal so aus, als könnten sie selbst vollbringen, was sie von ihren Schülern verlangen. Auch was die Ausstattung betrifft, befinden sich die meisten deutschen Schulen in einem Jammertal. Dann muss Christian eben über den selben alten Bock springen, wie schon sein Opa Harald Jahrzehnte zuvor.

Wenn die Lust am Sport vergeht

Gerade die, die nicht besonders sportlich sind, fühlen sich im Sportunterricht oft bloßgestellt. Dabei ist nicht nur entscheidend, dass alle Klassenkameraden das sportliche Scheitern direkt mitverfolgen können – auch die Benotung wird nicht selten als unfair empfunden. An jeden wird das gleiche Maß angelegt. Egal wie groß oder klein, stark oder schwach, leicht oder schwer der Schüler ist.

Hinzu kommt: Artet der Schulsport zu sehr in einen Wettkampf aus, verlieren die meisten die Freude daran. Die, die eh schon Schwierigkeiten mit der Bewegung haben, meiden den Sportunterricht dann so oft es nur geht.

So macht der Schulsport Spaß

Weil der Sport vor allem Spaß machen soll, ist es wichtig, ihn nicht zu ernst zu nehmen. Niemand soll sich vor den anderen zum Affen machen müssen. Stattdessen sollen auch die unsportlicheren Klassenkameraden ermutigt werden mitzumachen – möglichst ohne Leistungsdruck. Auch wenn die Noten im Sportunterricht nicht abgeschafft werden, sollten sie trotzdem mehr in den Hintergrund rücken. Für die interessiert sich später wirklich niemand mehr. Oder hat Ihr Chef schon mal gesagt: „Ja, Frau Müller, sie sind hochqualifiziert, aber die 4 in Sport – die geht gar nicht.“

Da die Vorlieben und Talente so verschieden sind, wie die Kinder selbst, sollten auch mehrere Sportarten angeboten werden. Alles sollte ausprobiert werden können – vom Tischtennis bis hin zum Schwebebalken. Jeder findet irgendetwas, das ihm Spaß macht. Leider sind die Möglichkeiten aber von der Ausstattung der Schule und der Ideenkraft des Lehrers abhängig.

Schulsport – ein schützenswertes Geschöpf

Dass Sport gesund ist, ist ja ein alter Schuh. Doch wozu ist er noch gut und warum ist er besonders in jungen Jahren so wichtig? Bewegung fördert das Wachstum und die körperliche Entwicklung. Das bedeutet vor allem, dass Ihr Kind beweglicher ist und seinen Körper besser kontrollieren kann, wenn es schon früh viel Bewegung hatte.

Wenn schon in der Schule klar wird, dass Sport durchaus Spaß machen kann, ist eins so gut wie sicher: Ihr Kind wird wahrscheinlich auch später noch gern sportlich aktiv sein. Bewegung gehört nun mal zu einem gesunden Lebensstil dazu. Wer Spaß an Bewegung hat, ist auch selbstbewusster und fühlt sich wohler in seiner Haut. Man kennt den eigenen Körper besser und weiß, was man sich zutrauen kann und was nicht.

Was Sie tun können

Sie leben es vor. Ihr Kind orientiert sich an Ihnen und schaut sich dabei so einiges ab. Gute und auch schlechte Angewohnheiten. Versuchen Sie also die gemeinsame Freizeit aktiv zu gestalten. Das heißt nicht, dass Sie jeden Tag zusammen joggen gehen müssen. Aber ab und an eine kleine Radtour machen oder einen Ball hin und her bolzen ist bestimmt drin. Außerdem können Sie Ihre Kinder ermutigen, sich in einem Sportverein anzumelden oder an Kursen teilzunehmen, die Schulen nachmittags anbieten. Zeigen Sie Interesse an den sportlichen Zielen Ihres Sprösslings, denn wer körperlich ausgelastet ist kann auch in der Schule besser ruhig sitzen und zuhören.

Was die Schulen tun können

Guten abwechslungsreichen Sportunterricht anbieten natürlich. Aber abgesehen davon, können sie die Schüler auch auf Sportclubs und Vereine in ihrer Nähe aufmerksam machen und darüber informieren. Vielleicht lassen sich sogar Probetrainings aushandeln. Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind mit dem Sport an der Schule nicht zufrieden ist, sollten Sie sich beim Elternabend dafür stark machen, dass wieder mehr Fokus darauf gelegt wird. Die anderen Eltern werden sicher auch nichts dagegen haben, wenn es darum geht, dass ihre Kinder in Zukunft mehr Spaß am Schulsport haben sollen.

Titelbild: ©iStock.com/Christopher Futcher

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