„Hilfe, mein Kind ist verliebt!”

Beim Abendessen vibriert ständig das Handy Ihrer Tochter. Wenn Sie nachfragen, wer da schreibt, reagiert sie genervt und antwortet schnippisch: „Niemand“. Und neuerdings interessiert sich Ihr Sohn für die Blumen in Ihrem Vorgarten? Keine Sorge, er möchte bestimmt kein Biologe werden oder Ihren Garten jähten. Vielleicht ist er einfach nur verliebt. Und wer da ständig schreibt, ist vielleicht der Schwarm Ihrer Tochter. Oder der ganzen Schule.

Mir wäre es lieber, er wolle Biologe werden

Ihr Kind ist Ihr Schützling und am liebsten soll es nie älter werden? Da müssen wir Sie enttäuschen: Ihre kleine Prinzessin und Ihr Mädchen-doof-findender-Rebell entwickeln sich zu Teenagern. Und interessieren sich plötzlich für das andere Geschlecht. Das mag Ihnen zunächst Angst einjagen, doch auch Sie haben irgendwann mal angefangen, einen Blick auf Ihren heutigen Lebenspartner zu riskieren.

Der richtige Umgang macht’s

Wenn Ihr Kind erst einmal verliebt ist, können Sie wenig dagegen machen. Versuchen Sie erst gar nicht, es Ihrem Sprössling auszureden oder sogar zu verbieten. Damit ziehen Sie nur ihren Groll auf sich. Stattdessen bringen Sie lieber erstmal in Erfahrung, wie ernst die Schwärmerei überhaupt ist. Je nachdem, in welchem Alter Ihr Kind ist, ist das Ganze eher harmlos und Sie können sich Ihre Warnungen und Mahnungen für später aufheben. Viele Kinder sind schon im Kindergarten oder in der Grundschule das erste Mal verliebt. Und fest entschlossen, den oder die Glückliche auch zu heiraten. Doch die Sandkastenliebe entpuppt sich meist als nicht ernsthaft und schnell verflogen. Wieso also das Kind nicht ein bisschen träumen und Liebesbriefe malen lassen?

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Mein Kind ist mitten in der Pubertät und denkt an Küssen und … AAAAAH!

Wenn die kindliche Schwärmerei vorbei und Ihr Kind bereits in einem Alter ist, in dem die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen nicht mehr glaubhaft ist, sollten Sie sich ein Herz fassen und DAS Thema ansprechen. Hierbei können Sie wahrscheinlich am besten einschätzen, ob Ihr Kind eher frühreif ist und gebändigt werden muss oder ob es doch manchmal noch die Lieblings-Barbie rausholt und Jungs nur „ganz ok“ findet.

Sollte Ihr Kind frühreif sein, warten Sie nicht zu lange, um das Thema Sex anzusprechen. Ja, wir wollen uns nicht vorstellen, dass unsere Kinder auch nur darüber nachdenken, geschweige denn, dass sie das tun könnten. Aber es wird passieren. Früher oder später. Und bevor es früher passiert, sollten Sie schneller sein und Ihr Kind aufklären. Das muss kein verkrampftes Gespräch darüber sein, wie ein Baby entsteht, das lernen die Kinder gewöhnlich in der Schule. Es sollte viel mehr ehrlich und liebevoll sein.

Je jünger man ist, desto naiver ist man auch. Oft besteht ein Gruppenzwang im Freundeskreis. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich gut überlegen sollte, wann und mit wem es Sex haben möchte. Die erste Beziehung ist in den meisten Fällen nicht die fürs Leben, das sollte dem Kind vorsichtig bewusst gemacht werden. Hier ist Einfühlungsvermögen gefragt. Es bringt nichts, zu sagen: „Dafür bist du noch zu jung, das verstehst du nicht.“ Kinder wissen alles. Und sie wissen es besser. Zumindest besser als ihre Eltern, bei denen das alles ja schon 100 Jahre her ist.

Versuchen Sie also, nicht von oben herab auf ihren Schützling einzureden, sondern nehmen Sie eher eine beratende und verständnisvolle Position ein. Auch wenn Sex noch kein Thema ist, sollten Sie trotzdem darüber reden, dass auch eine Beziehung Konsequenzen und Regeln hat und nicht alles erlaubt ist.

Einigen Sie sich mit Ihrem Partner

Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wer die Aufgabe des unangenehmen Gesprächs übernimmt. Oft reden Töchter lieber mit ihren Müttern und Söhne mit ihren Vätern. Männer gehen tendenziell eher sachlich an das Ganze heran, Frauen emotionaler. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Aufklärungsgespräch: Check

Das Schlimmste ist überwunden. Sie haben geklärt, ob Ihr Kind einfach ein bisschen ins Schwärmen geraten ist oder ob Sie bald Ihren zukünftigen Schwiegersohn kennenlernen. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Kind haben, können Sie ihm anbieten, mit Fragen oder Problemen zu Ihnen zu kommen.

Versuchen Sie dabei immer verständnisvoll zu sein und gute Ratschläge zu geben, anstatt plump Verbote auszusprechen. Und wenn es doch mal ein Verbot sein muss, begründen Sie es. Ihr Kind hat ein Recht auf Fairness und das Argument „Weil ich es sage!“, zieht spätestens nach der Grundschule nicht mehr. Auch Kinder möchten abwägen können, ob ein „Vorschlag“ für sie sinnvoll ist oder nicht.

Der feste Freund

Wenn Ihre 13-jährige Tochter oder Ihr 15 Jahre alter Sohn nun den ersten Freund bzw. die erste Freundin mit nach Hause bringt, seien Sie vor allen Dingen eins: freundlich und aufgeschlossen. Es bringt gar nichts, dem Liebsten Ihres Kindes die kalte Schulter zu zeigen. Wenn er sich bei Ihnen zu Hause unwohl fühlt, wird das nur dazu führen, dass die Zwei sich an einen anderen Ort verziehen. Und das entzieht Ihnen wiederum die „Kontrolle“.

Es ist viel besser, wenn Sie den „Eindringling“ näher kennenlernen. Eventuell kann man gemeinsam Abendbrot essen oder einen Spieleabend machen. Das verhindert auch, dass die Beiden die ganze Zeit alleine auf ihrem Zimmer sind. Und falls sie doch alleine sein wollen, bringen Sie doch immer mal einen Obstteller vorbei. Anklopfen nicht vergessen!

Wenn das Ganze ernster wird und das junge Liebespaar schon ein paar Wochen zusammen ist, können Sie auch mal die Eltern des anderen Kindes kontaktieren. Wenn Ihr Kind nun auch öfter dort ist, sind einige Absprachen vielleicht nicht schlecht. Wenn Sie z. B. Wert darauf legen, dass Ihr Kind bestimmte Filme nicht gucken darf oder es irgendwelche Lebensmittelunverträglichkeiten hat, sollten die anderen Eltern das wissen. So können Sie sich auch überzeugen, dass Ihr Kind in guter Obhut ist.

Aber bis die Hochzeitsglocken läuten, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern und vielleicht kommt und geht auch noch der ein oder andere Partner. Sollte dies der Fall sein, seien Sie einfach für Ihr Kind da, trösten Sie es, wenn es Streit gab und freuen Sie sich mit ihm, wenn es glücklich ist. Es sollte Grenzen geben, die jede Familie für sich selbst festlegen kann, aber generell sollte man sein erwachsen werdendes Kind ernst nehmen und ihm die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu sammeln, solange es daran keinen Schaden nimmt.

Titelbild: ©Anna Renner

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