Wenn das Kind studieren geht: Ein Uni-Kompass für Eltern

Endlich das Abi in der Tasche und ab geht’s an die Uni. Wenn Ihr Kind das Studium antritt, ist es mit vielen neuen Begriffen und Abkürzungen konfrontiert. Was hat es z. B. mit den Credit Points auf sich? Und was bedeuten N.C., c.t. und Hiwi? Hier finden Sie einen Uni-Kompass, der Sie durch die wichtigsten Themen des Studiums navigiert.

AStA (StuRA)

Der AStA ist der Allgemeine Studierendenausschuss, der die Interessen von Studentinnen und Studenten einer Universität oder Hochschule vertritt. An manchen Universitäten gibt es auch den StuRA – den Studentenrat – der den AStA und das Studentenparlament ersetzt.

Bachelor- und Mastersystem

Der Bachelor und Master ersetzen die traditionellen Abschlüsse Diplom, Staatsexamen und Magister. Nur wenige Studiengänge wie Medizin oder Jura sind davon bisher ausgenommen. Zunächst wehrten sich die deutschen Unis, das mit dem Masterabschluss kombinierte angelsächsische System zu übernehmen. Mittlerweile ist die Umstellung fast überall vollzogen. Das Bachelor- und Mastersystem soll die Studienzeit verkürzen, die internationale Anpassung fördern und so Auslandssemwster und Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt erleichtern.

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BAFöG

BAFöG ist die Abkürzung für das Unwort: „Bundesausbildungsförderungsgesetz”. Es ermöglicht Studentinnen und Studenten aus weniger wohlhabenden Familien, sich ein Studium zu leisten. Der Höchstsatz dieser staatlich finanzierten Zuwendung beträgt um die 600 Euro monatlich und wird nach dem Einkommen der Eltern bemessen. Einige Jahre nach Beendigung des Studiums muss man die Hälfte der Finanzspritze zurückzahlen, maximal aber 10 000 Euro, ohne Verzinsung und berechnet nach dem derzeitigen Einkommen.

Credit Points

Credit Points werden im Rahmen des ETCS vergeben, des „European Credit Transfer and Accumulation System”. Es soll gewährleisten, dass die Leistungen an Unis in Europa vergleich- und anrechenbar sind, wenn man z. B. einen Wechsel der Uni anstrebt, sowohl im Inland als auch im Ausland. Credit Points sind Leistungspunkte, die man sich für Leistungsnachweise wie Hausarbeiten oder Klausuren anrechnen lassen kann. Je mehr Credit Points für eine Veranstaltung vorgegeben sind, desto mehr Arbeit macht ein entsprechendes Modul, was man dadurch ablegen kann. Diese Art der Bewertung ist vor allem bei Bachelor- und Masterstudiengängen vorherrschend. Bei alten Abschlüssen wie Diplom, Staatsexamen oder Magister sammelt man noch Scheine.

c. t. (lat. „cum tempore”= „mit Zeit”)

An Unis ticken die Uhren anders, nämlich nach akademischem Zeitfenster. So beginnt eine Vorlesung, deren Beginn im Vorlesungsverzeichnis mit 10:00 Uhr c. t. angegeben ist, erst 10:15 Uhr – die berühmte „Akademische Viertelstunde”. Fängt eine Veranstaltung doch mal pünktlich an, also um 10:00 Uhr, dann wird dies meist mit s. t. im Vorlesungsverzeichnis versehen. S. t. ist die lateinische Abkürzung für „sine tempore”, was „ohne Zeit” heißt.

Dissertation

Eine Dissertation ist eine Doktorarbeit, die man im Anschluss des Studiums schreiben kann. Sie empfiehlt sich für jene, die wissenschaftlich einiges auf den Kasten haben, gern Fußnoten zählen und bei Hausarbeiten schon die Abgabe halber Romane verteidigen mussten. Und der lange Atem vom Studium muss noch weit reichen, denn so eine Dissertation kann zwischen drei und fünf Jahre in Anspruch nehmen, oft sogar noch länger, je nach Forschungsschwerpunkt, Quellenlage, Fachgebiet, eigener Motivation und auch finanzieller Lage.

Erasmus

Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union und wurde nach dem Humanisten Erasmus von Rotterdam benannt. Im Rahmen des Erasmus-Programms können Studentinnen und Studenten, wenn sie ein anderes Land kennenlernen wollen, ein Erasmus-Stipendium in Anspruch nehmen. Das erleichtert vor allem in finanzieller Sicht den Aufenthalt im Ausland, weil man eine monatliche Förderung erhält und keine Studiengebühren zahlen muss.

Hiwi (Hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter)

Die Tätigkeit als Hiwi ist einer der besten Studentenjobs, die man während des Studiums haben kann. Man verdient nicht nur Geld, sondern bekommt auch noch Einblicke in den akademischen Alltag, was viele Verständnisfragen erleichtert. Zudem haben Hiwis immer Kontakt zu den Dozenten, was hinsichtlich der Suche nach einem Betreuer für die Abschlussarbeit durchaus dienlich sein kann. Natürlich ist der Hiwijob auch geprägt von typischen Büroarbeiten wie kopieren, Kaffee kochen, Post sortieren, Bücher schleppen und Arbeitsreisen buchen.

Immatrikulation

Die Immatrikulation ist die Einschreibung an eine Uni. Sie ist notwendig, damit man dort studieren kann. Die Immatrikulation ist erfahrungsgemäß eine stressige Zeit, denn alle Studentinnen und Studenten wollen sich zur gleichen Zeit einschreiben. Deswegen informiert man sich am besten im Voraus, was als Nachweis zur Einschreibung alles vorgewiesen werden muss (Abizeugnis, Personalausweis, Krankenkassennachweis).

Kolloquium

Ein Kolloquium kann zum einen eine Versammlung von Wissenschaftlern sein, die in Vorträgen an der Uni zu unterschiedlichsten Themen referieren und diskutieren. Zum anderen versteht man unter einem Kolloquium auch ein Vorbereitungsseminar auf Abschlussprüfungen, in dem alle Prüflinge zusammen mit dem Dozenten relevante Inhalte durchgehen und besprechen.

N. C.

Der N. C. ist die Zulassungsbeschränkung für stark nachgefragte Studienfächer wie z. B. Jura, BWL oder Medizin. Aber nicht jedes Fach ist überall gleichermaßen zulassungsbeschränkt und für Jura gibt es z. B. an manchen Unis gar keinen N. C. Letztlich entscheidet aber bei allen N. C.-Fächern die Abiturnote. Erhält man nicht gleich einen der begehrten Plätze, kann man auch warten. Doch sollte man sich erkundigen, auf welchem der Plätze man steht und ob sich das Warten auch wirklich lohnt.

Rückmeldung

Damit die Uni weiß, dass man auch im nächsten Semester weiterhin studieren möchte, muss man sich rückmelden. Im Rahmen der Rückmeldung werden Semesterbeiträge fällig, die zwischen den Unis variieren. Damit ist dann auch der Nahverkehr abgedeckt, sprich das Semesterticket mit dem Studenten und Studentinnen Straßenbahn, Bus und Zug kostenlos nutzen können.

ZVS

„Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen” (mittlerweile umbenannt in „Stiftung für Hochschulzulassungen”, SfH), unterstützt Unis bei der Vergabe von heiß begehrten Studienplätzen wie Medizin, Psychologie, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.


Titelbild: ©hxdbzxy_Shutterstock

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