Chats, Instagram & Facebook: Was passiert mit Freundschaften?

Du hast hunderte Freunde bei Facebook und viele Follower bei Instagram – aber was heißt es, in Zeiten von Social Media befreundet zu sein?

Beste Freundin, gute Freunde, Bekannte – unser Verständnis von Beziehungen hat sich gewandelt. Per Mausklick ist man heute mit jemandem auf Facebook „befreundet“ oder folgt ihm bzw. ihr auf Instagram. Schnell sammeln sich so hunderte, sogar tausende Freunde und Follower an. Soziale Netzwerke haben unser Verständnis von Nähe und Bindungen verändert. Nie war es so einfach, in Kontakt zu sein und zu bleiben. Freundschaften muss man aber auch pflegen.

Jeder Mensch hat seinen Platz

Unsere Kontakte im Leben sind vielfältig: Jeder Mensch hat seinen Platz, jede Beziehung erfüllt einen gewissen Sinn. Es gibt den entfernten Bekannten, den du ab und an siehst, die guten Freundinnen und Freunde, mit denen du über Gott und die Welt sprichst. Mit einigen teilt man vielleicht sein neuestes Outfit oder sogar eine Urlaubserinnerung per Social Media. Aber nicht alle ruft man an, wenn man beispielsweise in Not ist.

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Maximal fünf enge Freunde

Das ist kein Wunder: Entwicklungsforscher Robin Dunbar von der Oxford University hat bereits in den Neunzigerjahren herausgefunden, dass der Mensch maximal fünf echte, enge Freunde haben kann. Fünf Kontakte – alles, was darüber hinausgeht, können wir nicht mehr richtig pflegen und fällt in eine weiter gefasste Freundes-Kategorie. Das ergibt auch Sinn: Stell dir vor, du müsstest alle deine Online-Kontakte regelmäßig anrufen oder treffen – da bliebe nicht mehr viel Zeit für anderes.

Online gelten andere Regeln

Das musst du aber zum Glück gar nicht: Denn während im echten Leben eine Freundschaft bestimmten Verhaltensregeln ausgesetzt ist, gelten online andere Regeln. Hier sind deine Freundinnen und Freunde im Prinzip immer erreichbar, du weißt einfach und schnell, was sie den ganzen Tag so machen. Bestätigung kommt auch ohne viele Worte aus: Einmal „Gefällt mir“ geklickt und deine Freundinnen und Freunde wissen um deinen Zuspruch. Eine Person nervt dich? Gnadenlos auf „Freundschaft beenden“ klicken. Und wenn du mal keine Lust hast zu antworten, machst du das eben ein paar Tage nicht. Das alles wäre in einer echten Face-to-Face-Unterhaltung schon schwieriger.

Ein „Like“ kann eine Menge bedeuten

Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass unsere Facebook- oder Instagram-Freundschaften allesamt weniger echt sind. Viele unserer Kontakte kennen wir aus dem echten Leben. Aber unser Verhalten in Freundschaften hat sich durch die „Gefällt mir„- und „Gelesen“-Angaben geändert. Denn ein „Like“ oder „Follow“ kann eine Menge bedeuten. Wenn das dann mal fehlt oder dir eine Person entfolgt, bedeutet das vielleicht auch etwas für das reale Leben.

Unterstützung gibt es auch online

Online-Freundschaften sind nicht immer oberflächlich und wahre Freunde findet man nicht nur offline. Beides ist möglich, denn auch Unterstützung kommt heutzutage in vielen Facetten. Manchmal kann ein mitfühlender Kommentar von einem Instagram-Follower genauso hilfreich sein wie eine Umarmung. Freundinnen und Freunde sind einfach für dich da – online und offline. Und wer weiß, vielleicht wird aus diesem einen Kommentar von dem unbekannten Instagram-Follower noch eine Freundschaft fürs Leben.


Über die Autorin

Yasmin P.

Yasmin P. ist in Berlin geboren und aufgewachsen, hat Islamwissenschaft studiert, arbeitet als freie Autorin und Journalistin. Neben Sprachen interessiert sie sich vor allem für Kultur, Musik und alles, was den Menschen noch so bewegt. Bild: © Alicia Kassebohm




Titelbild: © Rawpixel.com/shutterstock.com

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