Wie wir uns als Eltern selbst organisieren können

Kinder und Arbeit im Alltag unter einen Hut zu bringen, ist eine ziemliche Herausforderung.  Dreifachmutter Lisa ist freischaffende Journalistin. Sie verrät, wie sie es schafft, Fristen zu halten, den Haushalt zu managen und nebenbei Zeit für sich selbst und ihre Kinder zu haben.

Bestimmte Eigenschaften bringen wir als Menschen ins Elternsein mit. Ich lasse das Leben z. B. gern geschehen. Ich bin niemand, der das Essen für eine ganze Woche im Voraus plant, in Excel-Tabellen Haushaltskalkulationen führt oder einen Fünf-Jahres-Plan für die Karriere entwickelt.

Wenn ich im Supermarkt bin, überlege ich spontan, worauf ich Appetit habe. Wenn ich mir etwas kaufen will, schaue ich einfach, ob Geld auf dem Konto ist oder nicht.

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Ein bisschen mehr Leben nach Plan?

Was das Arbeiten angeht, lebe ich als freischaffende Schreiberin von Woche zu Woche. Das ist mit Kindern aber manchmal gar nicht so einfach. Ich habe schon oft überlegt, ob es nicht besser wäre, wenn wir ein bisschen mehr nach Plan leben würden.

Im Job bin ich gut organisiert und halte Abgabefristen ein. Ich schaffe es auch pünktlich zu Kindergeburtstagen und habe vorab ein Geschenk organisiert. So ist es nicht.

Aber es gibt in unserer Familie z. B. keinen festen Waschtag. Früher gingen Kinder immer samstags in die Badewanne. Das stand so fest wie das Zähneputzen morgens und abends. Wie wäre es also: freitags das Kinderzimmer aufräumen, samstags baden, sonntags spazieren gehen – würde uns das Diskussionen ersparen?

Flexibel bleiben – und ein paar Tricks beherzigen

Wenn ich das schon lese, zieht sich mir der Hals zu. Was, wenn ich sonntags mal keine Lust auf einen Spaziergang habe, sondern lieber mit den Kindern im Bett liegen und Bücher lesen möchte? Was, wenn die Kinder dienstags schon dreckig oder verschwitzt sind?

Ich bin einfach nicht so durchgeplant aufgewachsen und will mich auch nicht komplett verstellen. Das würden die Kinder sofort spüren. Authentizität ist hier das Stichwort. Deswegen halten wir vieles flexibel und entscheiden meist spontan.

Trotzdem haben wir unsere Tricks. Sonst würde ich als Dreifachmutter und Selbstständige im Homeoffice meine Arbeit nicht schaffen. Die folgenden Richtlinien sorgen dafür, dass unser Kartenhaus „Familienalltag“ nicht zusammenbricht.

  1. Prioritäten setzen: Dinge, die mit Kindern erledigt werden können, werden auch mit Kindern erledigt. Einkaufen? Da können sie problemlos mit. Texte schreiben und konzentrierte Telefongespräche führen? Das geht nur am Vormittag, wenn die Kinder nicht zu Hause sind.
  2. Ablenkungen ausblenden: Der Vormittag ist Arbeitszeit. Ich setze mich an meinen Schreibtisch, als ginge ich ins Büro. Die Spülmaschine wird in der wertvollen Zeit nicht ausgeräumt. Alles Drumherum wird ausgeblendet, sonst würde ich meinen Job einfach nicht schaffen.
  3. Frust vorbeugen: Eine wichtige Mail müsste noch geschrieben werden. Ach, das mache ich noch schnell während die Kinder Hausaufgaben machen … NEIN! Am Ende schleichen sich Flüchtigkeitsfehler in die E-Mail, die Kinder reden dazwischen und irgendwann sind alle genervt. Stattdessen sage ich mir, dass das gemacht wird, sobald Unterstützung naht. Abgrenzungen sind hier ganz wichtig.
  4. Klare Aufgabenverteilung: Morgens übernimmt mein Mann das Wecken der Kinder, bereitet das Frühstück zu und sucht nach Sporttaschen oder Lieblingspullis. Dafür betreue ich die Kinder den Nachmittag über.
  5. Grenzen beachten: Eine Zeit lang habe ich abends oft noch etwas erledigt: Texte fertig geschrieben oder aufgeräumt. Dabei habe ich gemerkt, dass mich das auf Dauer fertig macht. Ich brauche meinen Feierabend. Und bis auf wenige Ausnahmen halte ich mich strikt daran.
  6. Listen helfen: Auch wenn ich nicht gern nach Plan lebe, schreibe ich mir auf, was noch zu erledigen ist. Diese To-do-Liste liegt gut sichtbar auf meinem Schreibtisch. So kann ich erledigte Punkte abhaken und neue dazu schreiben.
  7. Freie Zeit nutzen: Wenn ich die Kinder zu ihren Hobbys in ein anderes Dorf bringe, lohnt es sich für mich nicht, wieder nach Hause zu fahren. Also nutze ich die Zeit entweder für das Abarbeiten von E-Mails oder gehe joggen. So kehren wir meist alle glücklich und ausgelassen zurück.
  8. Perfektionismus runterschrauben: Leichter gesagt als getan. Aber: Auch Brote können abends lecker schmecken, wenn ein bisschen Rohkost dazu serviert wird. So spare ich mir die Zeit zum Kochen. Und ein unordentliches Zimmer kann auch am nächsten Tag noch aufgeräumt werden.
  9. Abschaltphasen: Im Urlaub oder am Wochenende lege ich einfach mal das Handy aus der Hand und lausche dem Tag, was er zu sagen hat. Das sorgt für Entspannung und lüftet das Gehirn so richtig durch. Und den Kindern? Denen tut die ungeteilte Aufmerksamkeit besonders gut …

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Titelbild: © Jekatarinka/shutterstock.com

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