Warum Schule mehr als Bildung ist

Auch wenn unsere Kinder morgens oft skeptisch zur Schule gehen, so ist es doch nicht nur ein Ort, der ausschließlich aus Noten, Druck und Hausaufgaben besteht. Lisa von Stadt Land Mama überlegt, was die Schule noch ausmacht.

„Warum, verdammt, muss ich jeden Tag zur Schule?“ – „Wer hat das eigentlich erfunden, diese Pflicht zur Schule gehen zu müssen?“ – „Ich geh da nicht mehr hin!“ Wer Kinder im schulpflichtigen Alter hat, wird solche Aussagen schon mal gehört haben – vielleicht sogar regelmäßig!

Und ja, das frühe Aufstehen, der Druck, das Lernen – wir erinnern uns ja alle selbst, wie anstrengend das oft war. Und trotzdem blicken am Ende viele Menschen mit Wehmut auf ihre Schulzeit zurück. Denn Schule ist so viel mehr als Klausuren, strenge Lehrerinnen und Lehrer und massenhaft Hausaufgaben.

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Bildung, das ist nur ein einziger Aspekt.

Schule, das sind Klassenfahrten, Abi-Feiern mit den Großen und Freundschaften fürs Leben. Nie wieder im Leben werden wir so eng mit einer Gemeinschaft zusammenwachsen wie in der Schulzeit.

Liebe, Kummer, Pubertät: Schule, das ist Leben!

Kolleginnen und Kollegen wechseln, später Arbeitsplätze. In der Schule kommt mal ein Schüler dazu oder eine Schülerin geht, aber im Kern bleibt man zusammen. Und das auch noch mit Gleichaltrigen! In welchem Büro gibt es das, dass man gemeinsam durch Entwicklungsphasen geht, durch die Wackelzahnpubertät – und später durch die richtige? Die erste große Liebe, der erste große Kummer: Schule, das ist Leben!

Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf die Nebenschauplätze fern des Unterrichts. Kinder lernen in der Schule Gruppendynamiken kennen. Sie bilden Cliquen, sie beweisen sich. Sie entwickeln Strategien, mit möglichst wenig Aufwand viel zu erreichen (also manche 😉) und später üben sie Aufmüpfigkeit. Sie finden individuelle Antworten auf die Fragen: Wie weit kann ich gehen? Wo sind meine Grenzen?

Auch Nebenschauplätze sind in der Schulzeit entscheidend

Schule, das sind ausgelassene Klassenfeste mit Schatzsuchen und Würstchen auf dem Grill. Das sind Theateraufführungen mit schlimmstem Lampenfieber. Das sind Kuchenaktionen für wohltätige Projekte. Das sind Schüleraustausche und Chorfahrten. Das sind Diskussionen im Schülerparlament.

Schule, das sind echte Freundschaften. So viel Zeit, so viele Jahre, die man miteinander verbringt. Einige Freundschaften aus der Schulzeit halten für immer. Und das, weil die Kinder einfach so viel verbindet, weil sie so viel zusammen erlebt und durchgemacht haben!

Schule, das sind Späße auf dem Schulweg, Drängeln im Schulbus, das ist Konfliktmanagement in den Pausen.

Schule, das ist einfach mal eine Zeit ohne die Eltern, ohne Aufsicht durch die Erziehungsberechtigten, das ist Man-selbst-sein.

Zusammenhalt und Solidarität

Neulich hörte ich vom Ausschluss eines Schülers beim Konzert der Schule. Er hatte in der Generalprobe gequatscht und sollte nun beim großen Auftritt in der Aula nicht dabei sein. Was dann passierte, hat die Kinder mehr gelehrt als jeder Unterricht. Denn sie wollten sich für ihren Klassenkameraden einsetzen. Ganz ohne Eltern!

Also verfassten sie einen Brief, der zwar orthografisch verbesserungswürdig gewesen wäre, der aber die Solidarität dieser Klasse mit dem Ausgeschlossenen auf den Gipfel trieb. Sie wandten sich mit diesem Brief an die Klassenlehrerin und baten darum, dass ihr Mitschüler mitsingen darf. Alle unterschrieben.

Bildung ist nicht alles

Am Ende war es egal, ob der Schüler wirklich mitsingen durfte oder nicht. Entscheidend war, dass diese Klasse beschlossen hatte, sich nicht alles gefallen zu lassen. Dass diese Klasse füreinander einstand, für sich und ihre Gemeinschaft. Und genau solche Aktionen sind es, die Schule am Ende ausmachen. Denn Bildung ist längst nicht alles, das den Schülerinnen und Schülern hier vermittelt wird.

Schule, das ist noch so viel mehr.

Und das wusste schon Wilhelm Busch, als er schrieb: „Also lautet ein Beschluss:/ Dass der Mensch was lernen muss./ Nicht allein das Abc/ Bringt den Menschen in die Höh,/ Nicht allein im Schreiben, Lesen/ Übt sich ein vernünftig Wesen;/ Nicht allein in Rechnungssachen/ soll der Mensch sich Mühe machen;/ Sondern auch der Weisheit Lehren/ Muss man mit Vergnügen hören.“

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Titelbild: © Monkey Business Images/shutterstock.com

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