Ausbildung vs. Studium – was passt zu mir?

Du hast dein Abi in der Tasche und mehr als ein Jahrzehnt Schule hinter dir. Doch sofort drängt sich die Frage auf: Wie geht es jetzt weiter?
Du wolltest nicht von kleinauf Feuerwehrmann oder Astronaut werden? Und falls doch, kommt dir das jetzt etwas unrealistisch vor? Die Entscheidung, die du nun fällen musst, scheint ein Meilenstein zu sein. Wir wollen dir die Angst ein bisschen nehmen und dir zumindest eine Entscheidung etwas zu erleichtern: Ausbildung oder Studium?

Du hast die Wahl

Erst einmal solltest du wissen, dass die Entscheidung, die du treffen musst, zwar eine wichtige, aber keine weltbewegende ist. Viele glauben, wenn sie sich einmal für einen Beruf entschieden haben, müssen sie diesen Beruf für den Rest ihres Lebens machen. Aber: Nichts ist in Stein gemeißelt. Arbeitnehmer- und geber werden immer flexibler, Studierende ziehen in andere Städte, Ausbildungsbetriebe müssen Auszubildende nicht übernehmen usw. Es ist also alles offen. Du kannst ein Studium machen und dich später doch noch auf einen anderen Bereich spezialisieren. Gerade ein Studium ist meist allgemein gehalten, was zugleich Fluch und Segen sein kann.

Doch bevor wir einige Pro’s und Contra’s für Ausbildung und Studium vorstellen, ist es noch einmal wichtig zu sagen: Diese Entscheidung wird nicht deine letzte sein und egal, was du jetzt machst, du hast immer die Möglichkeit, dich noch einmal anders zu entscheiden oder neu zu orientieren.

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Was für eine Ausbildung spricht

Bei einer Ausbildung erlernst du einen Beruf. In Deutschland beträgt die Zeit im Schnitt drei Jahre, kann aber auch auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Du arbeitest in einem Betrieb bzw. einer Firma und besuchst eine Berufsschule, um auch die Theorie zu verstehen und deine Allgemeinbildung zu erweitern.
Das Gute an einer Ausbildung ist, dass du eine spezielle Fähigkeit erlernst. Du bist danach Profi auf einem bestimmten Gebiet. Außerdem sind die meisten Ausbildungen an einen Betrieb gebunden, du hast also die Chance, direkt nach der Ausbildung dort weiter arbeiten zu können.

Ein weiteres Pro ist, dass du bereits während deiner Ausbildung Geld verdienst, wenn auch keine Unmengen. Viele Jugendliche sind froh über diese finanzielle Unabhängigkeit.
Für eine Ausbildung brauchst du kein Abitur, auch wenn das immer häufiger der Standard ist. Du kannst also bereits nach der zehnten Klasse mit einer Ausbildung beginnen und bist so noch ziemlich jung, wenn du mit dem Arbeiten anfängst. Hier findest du eine Übersicht über Ausbildungsberufe und Tipps, wie du einen geeigneten für dich findest.

Die Vorteile eines Studiums

Um studieren zu können, brauchst du Abitur oder einen gleichwertigen Abschluss (an einigen Hochschulen gibt es Sonderregelungen für Bewerber mit Realschulabschluss, aber einer abgeschlossenen Ausbildung). Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten: Du kannst an einer Uni oder an einer Fachhochschule (FH) studieren, das kommt auf das Fach und deinen Abschluss an. Einige Fächer werden an Unis nicht gelehrt bzw. viele Fächer haben einen NC (Numerus Clausus), den es an Fachhochschulen teilweise nicht gibt. Bei einem Studium an einer privaten Hochschule können wiederum Gebühren anfallen. Universitäten werden vom Staat finanziert und sind deshalb kostenlos oder es fallen nur geringe Semesterbeiträge an.

Ein klares Pro ist, dass du in vielen Studiengängen ein breites Themenangebot hast. Du musst dich nicht direkt auf eines spezialisieren. Das erfolgt oft erst im Masterstudiengang, der sich an den Bachelor anschließen kann. So hast du die Möglichkeit, viele deiner Interessen miteinander zu verbinden.
Ein Studium ist oft auch etwas lockerer als eine Ausbildung, da du die Inhalte und deine Zeit selbst einteilen kannst. Das erfordert natürlich auch stärkere Disziplin, da du sonst schnell mal zwei bis drei Semester länger studierst. Aber auch das ist eben möglich. Entscheidest du dich z. B. für einen Auslandsaufenthalt oder ein Praktikum, kannst du „einfach” ein Semester dranhängen (hierfür solltest du dich vorher an der jeweiligen Uni oder FH informieren). Der Hochschulkompass kann dir helfen, ein perfektes Studium für dich zu finden. Du kannst gezielt nach Studiengängen suchen, aber auch nach Städten sortieren, in denen du gerne studieren würdest.

Was passt besser?

Du solltest für dich klären, ob du eher der praktische, handwerkliche Typ bist oder es liebst, auch in theoretische Themen einzutauchen und Hausarbeiten zu schreiben. Wenn du heilfroh bist, dass die Schule vorbei ist, weil das noch nie so dein Ding war, ist eine Ausbildung für dich vielleicht besser geeignet. Wenn du allerdings Spaß dran hast, theoretisches Wissen zu erlernen und nebenbei selbstständig Praxiserfahrungen zu sammeln, ist ein Studium eine gute Wahl.

Noch einmal zur Erinnerung: Egal, für was du dich entscheidest, es ist wichtig, dass du Spaß daran hast und dich wohl fühlst. Wir haben heute die Möglichkeit, einen vielseitigen Lebenslauf zu haben, der zeigt, dass wir viel ausprobiert haben und uns in verschiedene Berufsfelder einfügen können. Und wenn du trotz allem total unsicher bist, eignet sich vielleicht ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Praktikum oder ein Auslandsaufenthalt, um herauszufinden, was du später einmal machen möchtest.

 

Titelbild: ©iStock.com/joste_dj

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