Clever verhandeln – 11 Tipps, wie du immer kriegst, was du willst

Verhandeln ist was fürs Businessleute? – Falsch. Denn auch in der Schule oder in deiner Freizeit kommt es dir zugute, wenn du andere wortgewandt von deinen Wünschen überzeugen kannst. Mit diesen Tipps wirst du zukünftig alle auf deine Seite ziehen.

Wie oft hast du schon bei schlechten Noten, dem Ausräumen der Spülmaschine oder bei einem neuen Smartphone mit deinen Eltern diskutieren müssen? Sicherlich hast du dabei häufig das Gefühl, am kürzeren Hebel zu sitzen. Mit den folgenden Verhandlungstipps wirst trotzdem bekommen, was du willst:

Tipp 1: Lass dich nicht einschüchtern

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Gerade wenn du mit Erwachsenen verhandelst, wird dir meist vermittelt, dass du dich ihren Entscheidungen unterordnen musst. Aber lass dich nicht einschüchtern! Dein Standpunkt ist genauso wichtig und wenn du überzeugende Argumente lieferst, kannst du sie auf deine Seite ziehen. Lass dir also nicht anmerken, dass du dich unsicher fühlst, sondern erkläre selbstbewusst deine Ziele und Wünsche.

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Tipp 2: Sei niemals die letzte Instanz

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Du stehst am Flohmarktstand und verhandelst: „Ich finde den Preis für den Pulli völlig in Ordnung. Aber ich fürchte, dass meine Eltern mir nicht so viel Geld geben werden. Können Sie mit dem Preis noch etwas runtergehen?“ Sobald bei Verhandlungen eine höhere Instanz ins Spiel kommt, auch wenn diese nicht anwesend ist, wird dein Gegenüber unsicher. Er oder sie denkt sich: „Was ist, wenn das Kind losgeht, um die Eltern zu fragen und nicht mehr wiederkommt? Vielleicht wollen die Eltern den Pulli nicht kaufen, wenn sie von dem Preis hören? Wäre es nicht klüger, ihn für weniger Geld jetzt zu verkaufen als gar nicht?“ Deine Chancen, dein Ziel durchzusetzen, verbessern sich durch diese Taktik sehr.

Tipp 3: Lege im Voraus deine Ziele und mögliche Alternativen fest

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Bevor du in eine Verhandlungssituation gehst, solltest du dir gut überlegen, was du erreichen möchtest. Du findest, die Drei als Zwischenstand deiner mündlichen Leistungen ungerecht? Dann lege dir zurecht, welche Note du stattdessen für angemessen hältst. Setze dir dabei ruhig optimistische Ziele, z. B. eine Zwei statt der mündlichen Drei. Für den Fall, dass sich deine Wünsche nicht umsetzen lassen, solltest du dir vorweg eine Alternative überlegen, z.B. eine Zwei minus, die für dich in Ordnung wäre. Schlage diese jedoch erst vor, wenn nichts mehr in der Verhandlung geht.

Tipp 4: Versetze dich in die Lage deines Gegenübers

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Oft bist du von deiner eigenen Position so überzeugt, dass du aus den Augen verlierst, welche Ziele die andere Person verfolgt. Wenn deine Lehrerin oder dein Lehrer dir also auf dem nächsten Zeugnis eine bessere Note als die mündliche Drei geben soll, möchte sie oder er sehen, dass du dich dafür anstrengst. Überlege dir deshalb vorweg, welche Zweifel dein Gegenüber in die Verhandlung mitbringt, um diese mit Vorschlägen, wie z. B. einem zusätzlichen Referat oder einer Projektarbeit, zu entkräften.

Tipp 5: Verschaffe dir eine emotionale Distanz zur Verhandlungssituation

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Gerade, wenn es um eine Sache geht, die einem besonders wichtig ist, reagiert man schnell mal emotional. Aufgeregt behältst du aber keinen klaren Kopf beim Verhandeln. Versuche daher, die Verhandlungssituation aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Stelle dir vor, du stündest auf einer Brücke und schaust unbeteiligt auf das Geschehen unter dir und beobachtest es. Das hilft dir, rational und überlegt zu handeln.

Tipp 6: Beginne jede Verhandlung mit einem netten Gespräch

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Direkt in ein Verhandlungsgespräch einzusteigen, ist nicht klug. Daher sollte man immer mit ein wenig Small Talk starten, um gegenseitige Sympathie zu wecken. Das kann ein Gespräch über das Wetter sein, das interessante Thema einer Unterrichtsstunde oder ein spannender Artikel, den du in einem Magazin gelesen hast. Versuche dabei, freundlich und offen auf die andere Person zuzugehen. Sich mit Komplimenten bei dem jeweils anderen beliebt zu machen, bringt wenig, da die Taktik schnell durchschaut wird. Wähle daher ein Thema, das euch beide interessieren könnte. Deine Chancen, anschließend das zu bekommen, was du willst, werden dadurch größer.

Tipp 7: Lass auf eine Frage immer eine Gegenfrage folgen

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Gehe beim Verhandlungsgespräch immer Schritt für Schritt vor: Wenn du etwas gefragt wirst, antworte und stelle im Anschluss aber eine Gegenfrage. Ein Beispiel:

Eltern: „Du möchtest ein neues Smartphone haben?“

Du: „Ja, bei meinem ist der Akku immer super schnell leer. Wollt ihr nicht auch, dass ich unterwegs immer erreichbar bin?“

Versuche nicht zu viel auf einmal zu erzählen, sondern lass der anderen Person Zeit, dein Angebot zu überdenken und dir entgegenzukommen.

Tipp 8: Die Stille aushalten

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Während Verhandlungen entstehen manchmal unangenehme Pausen, in denen die andere Person z. B. über deinen Vorschlag nachdenkt. Du wirst diese sicher als unangenehm empfinden und den Drang verspüren, etwas zu sagen. Zwinge dich dazu, die Stille auszuhalten. Dein Gegenüber wird sie sicher auch als unbequem empfinden und deinen Forderungen schließlich entgegenkommen.

Tipp 9: Sucht gemeinsam nach einer fairen Lösung

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Bei Verhandlungsgesprächen gibt es häufig die Situation, dass beide Personen auf ihrem jeweiligen Standpunkt beharren. Dann kommt meist keine Übereinkunft zustande. Um das zu verhindern, solltest du deinem Gegenüber direkt sagen, dass du nach einer fairen Lösung für euch beide suchen willst. Manchmal lässt sich so eine dritte Option finden, die für beide Seiten zufriedenstellend ist. Ein Beispiel: Du oder deine Schwester bzw. dein Bruder soll die Spülmaschine ausräumen. Ihr streitet darum, wer heute dran ist. Stattdessen könntest du vorschlagen, einen Plan zu erstellen, in dem der Spülmaschinendienst fair zwischen euch aufgeteilt ist. Oder du bietest an, dass ihr euch die Arbeit gerecht aufteilt, also eine/einer die Maschine ausräumt und die/der andere das Geschirr und Besteck in den Schränken verstaut. Oder du übernimmst den Dienst fürs Wochenende, wenn er oder sie dafür heute einmal mehr die Spülmaschine ausräumt.

Tipp 10: Das Wenn-dann-Prinzip

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„Wenn ich das neue Smartphone bekomme, dann lerne ich damit jeden Tag zehn Minuten mit der sofatutor-App.“ Indem du deinen Eltern direkt eine Gegenleistung anbietest, zeigst du Ihnen, dass du gewillt bist, auf sie zuzugehen, statt nur zu fordern. Überlege dir im Voraus, was du Ihnen als Zugeständnis anbieten kannst. Gerade wenn du mehr Engagement für die Schule zeigst, lassen sich Eltern zu einigem überreden.

Tipp 11: Verhandle stets im „Goldenen Moment“

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Überlege dir im Voraus, wann ein guter Zeitpunkt ist, um deine Wünsche zu äußern. Deine Eltern wollen abends spontan ins Kino gehen und brauchen jemanden, der auf deine jüngeren Geschwister aufpasst? Das ist dein „Goldener Moment“. Du sitzt jetzt am längeren Hebel und kannst aus einer guten Position nach einer Gegenleistung fragen. Im Nachhinein zu verhandeln, ist selten von Erfolg gekrönt.

Fazit

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Scheue dich nicht davor, in ein Verhandlungsgespräch zu gehen. Auch wenn du das Gefühl hast, der oder die andere sei dir überlegen. Durch gute Argumente und ein selbstbewusstes aber freundliches Auftreten kannst du andere davon überzeugen, dir das zu geben, was du willst.

Und mache dir bewusst: Du bekommst (leider) nicht immer das, was du verdienst, sondern das, was du verhandelst.

Titelbild: © Shift Drive/shutterstock.com 

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