Das Grundgesetz wird 65! Ein Grund, um unser wichtigstes Gesetz zu feiern

Das Grundgesetz wird am 23. Mai 65 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch! Zur Feier des Tages wollen wir ein Hoch auf unser wichtigstes Gesetz anstimmen und die letzten sechseinhalb Jahrzehnte Revue passieren lassen. Was kann es, was macht es und was haben wir eigentlich davon? Eine Fotostrecke über Couchsurfing, Schuluniformen und warum Bayern dem Grundgesetz nie zugestimmt hat.

Grundgesetz im Alltag


Schülerinnen protestieren

©Eugenio Marongiu/Shutterstock.com

Das Grundgesetz ist vielleicht schon alt, aber immer noch brandaktuell. Ohne, dass du es merkst, begegnet es dir jeden Tag. Es besteht aus 146 Artikeln bzw. Gesetzen, die bestimmen, wie wir miteinander leben. Das Grundgesetz garantiert dir z. B. die Freiheit zu demonstrieren, wenn dir eine bestimmte Politik nicht gefällt. Du darfst deine Meinung sagen, ohne Konsequenzen erwarten zu müssen, du darfst glauben, an welchen Gott du willst und darfst weder wegen deiner Hautfarbe noch deines Geschlechtes benachteiligt werden.

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„Grundgesetz‟ statt „Verfassung“


Bundestag und deutsche Fahne

©Yu Lan/Shutterstock.com

Jedes Land hat eine Verfassung, die die Organisation des Staates festlegt und grundlegende Menschen- und Bürgerrechte enthält. In Deutschland heißt die Verfassung „Grundgesetz‟. Du fragst dich jetzt bestimmt, warum die Verfassung bei uns anders heißt? Das hat mit der Geschichte zu tun. Denn das Grundgesetz war ursprünglich nur ein Provisorium, also eine Übergangslösung. 1949 hoffte man auf eine baldige Wiedervereinigung der Bundesrepublik und der DDR, um dann eine Verfassung für den gesamtdeutschen Staat zu erarbeiten. Als Deutschland 1990 wieder vereint war, wurde das Grundgesetz einfach übernommen, obwohl es nie vom Volk in einem Referendum beschlossen wurde, wie es bei einer Verfassung üblich ist.

Frauen für die Gleichberechtigung


Gleichberechtigung

©graphicsdunia4you/Shutterstock.com

Das Grundgesetz wurde von 65 Parlamentariern erarbeitet, die die Väter des Grundgesetzes genannt werden. Doch, halt! Waren es tatsächlich nur Männer? Nein, es gab auch vier Frauen unter den Mitgliedern, die sogenannten Mütter des Grundgesetzes. Sie traten gegen heftigen Widerstand für Gleichberechtigung ein. Dank Elisabeth Selbert von der SPD steht im Grundgesetz nun: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.”

Couchsurfing


Mann schläft auf Couch

©kryzhov/Shutterstock.com

Die Mütter und Väter des Grundgesetzes waren die Vorreiter des Couchsurfings, ein Netzwerk, über das man kostenlos bei Fremden übernachten kann und so Einheimische kennenlernt. Der Parlamentarische Rat kam 1948 in Bonn zusammen, um das Grundgesetz zu erarbeiten. Damit alle 65 Mitglieder irgendwo unterkommen konnten, fragte die Stadt Bonn bei ihren Bürgern und Bürgerinnen nach Schlafplätzen. Die Parlamentarier übernachteten dann neun Monate lang bei Fremden – so lange dauerte es, das Grundgesetz zu erstellen.

Bayern, die Eigenbrötler


Bayerische Flagge

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Bayern hat dem Grundgesetz nie zugestimmt. Der Bayerische Landtag lehnte das Grundgesetz 1949 ab. Schuld daran war die CSU, die über eine Mehrheit im Landtag verfügte und nicht wollte, dass der Bund zu viel Einfluss auf Bayern hatte. Das Grundgesetz gilt aber dennoch auch in Bayern. Denn alle anderen Bundesländer stimmten für das Grundgesetz und damit es in Kraft treten konnte, brauchte der Bund nur die Zustimmung von zwei Drittel der Länder.

Schuluniformen


Schüler in Schuluniform

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Immer wieder wird über Schuluniformen diskutiert. Doch keine Sorge! Die Einheitskleidung an staatlichen Schulen würde gegen das Grundgesetz verstoßen. Die Verfassung garantiert in Artikel 2 das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, darunter fällt auch die Individualität der Kleidung.

Umwelt- und Tierschutz


Umwelt- und Tierschutz

©Roman Vanur/Shutterstock.com

Das Grundgesetz schützt auch Tiere und Natur. Doch das war nicht immer so. Erst nach der Wiedervereinigung wurde Umweltschutz im Artikel 20a unseres Grundgesetzes erwähnt. Die Tiere mussten noch viel länger auf ihre Grundrechte warten. Bis 2002 dauerte es, bis die drei Wörter „und die Tiere‟ dem Artikel 20a hinzugefügt wurden: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung (…)“. Es ist nicht selten, dass dem Grundgesetz etwas hinzugefügt wird. Ganze 52 Mal wurde es bisher geändert. Dafür ist eine Zweidrittelmehrheit des Bundestages und des Bundesrates nötig.

Exportschlager


Exportschlager

©Nagib/Shutterstock.com

Zu guter Letzt: Nicht nur wir finden das deutsche Grundgesetz toll, sondern auch andere Länder. Es gilt weltweit als Vorbild und hat sich zu einem unserer Exportschlager entwickelt. Vor allem junge Demokratien, etwa in Osteuropa oder Südamerika, orientieren sich an unserer ursprünglichen Übergangslösung.

Titelbild: ©sofatutor

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