Kaugummikauen – kau dich schlau?

Airwaves, Orbit, Hubba bubba, Extra und Co. verbessern die Gedächtnisleistung? Eigentlich wirkt sonst schmatzendes Kaugummikauen nicht besonders schlau. Wir klären dich auf, ob mehr als nur ein frischer Atem dahinter steckt.

In Deutschland wird gerne Kaugummi gekaut. Im Durchschnitt kaut jeder etwa 100 Stück im Jahr. Jeder kaut aus den unterschiedlichsten Gründen – z. B. für einen frischen Atem, zum Stressabbau, bei trockenem Mund, zur Zahnpflege oder bei Druck auf den Ohren (besonders im Flugzeug). Aber wenn Kaugummikauen wirklich schlauer machen soll, wieso kaut dann nicht jeder einfach den ganzen Tag und wird wie Albert Einstein?

Gut für’s Gedächtnis

Seit Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, ob das Herumkauen auf dem Kaugummi eher ablenkt oder das Leistungsvermögen verbessert. In
einer englischen Studie teilte man verschiedene Personen in drei Gruppen auf. Die erste Teilnehmergruppe sollte einen Kaugummi beim Experiment kauen. Die zweite sollte nur eine Kaubewegung machen (also den Kiefer bewegen) – ohne Kaugummi. Und die Dritte brauchte nichts machen.

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Über Kopfhörer wurden allen Teilnehmern dann 30 Minuten lang verschiedene Zahlenreihen genannt. Sobald sie Zusammenhänge innerhalb der Zahlen erkennen, sollten die Personen so schnell wie möglich einen Knopf drücken. Es zeigte sich nach einiger Zeit bei allen, dass die Aufmerksamkeit langsam nachließ und die Erschöpfung kam. Jedoch gab es deutliche Unterschiede in den Leistungen. Die Nicht-Kauer hatten deutlich mehr Fehler gemacht, als die Gruppe der Kaugummikauer. Letztere konnten sogar, trotz Ermüdung, die Zusammenhänge zwischen den Zahlen (z. B. gerade und ungerade Zahlenfolgen) stets erkennen.

Eine Erkenntnis, zwei Theorien

Das Ergebnis zeigte, dass durch das Kauen Aufgaben, die stärkere Konzentration benötigen, besser gelöst wurden. Jedoch diskutieren die Experten noch, woran das genau liegen könnte. Es entstanden mit der Zeit zwei Theorien:

  • Gehirndurchblutung
    Durch das Kauen beschleunige sich der Puls und das Gehirn werde besser durchblutet, was dafür sorge, dass man besser aufpassen und besser lernen könne.
  • Insulin-Produktion
    Der Zucker in den Kaugummis erhöhe die Produktion von Insulin. Und das wiederum wirke sich positiv auf einen bestimmten Teil des Gehirns aus – den Hippocampus. Und der ist zuständig dafür, dass du dir neue Gedächtnisinhalte merkst.

Eigentlich ist die Begründung auch gar nicht so wichtig. Aber zumindest hast du jetzt eine gute Antwort parat, wenn der Lehrer oder die Lehrerin sich über das Kaugummikauen im Unterricht beschwert: „Durch Kaugummikauen bekommt man ein helles Köpfchen!“

Nichts ohne ein „Aber“

Ständiges Kaugummikauen schadet dir allerdings mehr, als es deiner Konzentration hilft. Dein Kiefer hat ganz schön Kraft, ist aber für Dauerbelastungen durch ständiges Herumkauen nicht gemacht. Und dann kann er sich ziemlich verspannen.
Kauen und Speichelproduktion sorgen außerdem dafür, dass dein Magen mehr Magensäure produziert. Da aber tatsächlich im Magen nichts ankommt, was verdaut werden kann, ist das nicht gut: Empfindlichen Mägen bekommt das schlecht und es besteht die Gefahr einer Gastritis – das ist eine Entzündung der Magenschleimhaut.

(Un)nütze Fakten über Kaugummis

  • Sorbit
    In vielen Kaugummis steckt der Zuckerersatzstoff Sorbit. Wenn man zu oft Kaugummi kaut, kann das abführend wirken. Daher achte am besten darauf, dass du komplett zuckerfreie Kaugummis kaufst. Das Sorbit steckt übrigens auch in sehr vielen Süßigkeiten!
  • Kaugummireste
    Überall – unter Schulbänken, auf der Straße oder unterm Schuh. Der große Nachteil ist, dass sie nicht verrotten. Deshalb nimm dir die Zeit und entsorge den fertig gekauten Kaugummi umhüllt in Papier in einem Mülleimer. Es kostet nämlich richtig viel Geld, alle klebrigen Überreste zu entfernen. In Singapur z. B. sind deshalb Kaugummis verboten.
  • Kalorien
    Du verbrennst durch die Kieferbewegung beim Kauen ca. 67 Kalorien pro Kaugummi. Der Kaugummi „Juicy Fruit” hat 10 Kalorien. Das ist in etwa so viel wie ein Bissen Weizenbrot.
  • Zwiebeln
    Wenn man während des Zwiebelschneidens Kaugummi kaut, muss man angeblich nicht weinen.

 

Titelbild: ©iStock.com/toddtaulman

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