Mein Kommentar – wie Meinungsäußerung online funktioniert

Wir alle haben sie: Meinungen und Ansichten. Offline äußern wir diese oft anders als in sozialen Netzwerken. Wie Facebook und Co. mit Kommentaren umgehen, erfährst du hier.

„Sorry, aber die Haarfarbe steht dir gar nicht“ oder „Das ist der beste Song, den ich je gehört habe“ oder „Dieses Video war langweilig.“ Ob Instagram, YouTube, Facebook oder auch Twitter – tagtäglich kommentieren Tausende von Userinnen und Usern Bilder, Videos und Posts. Im Sekundentakt werden dabei Meinungen, Erlebnisse oder Anerkennung ausgetauscht. Durch die sozialen Netzwerke ist die Meinungsäußerung zu einem täglichen Bestandteil unseres Lebens geworden. Oder könntest du dir vorstellen, jeden Tag offline so viele Meinungen zu äußern, wie du es online tun kannst?

Hate Speech

Nicht immer bleibt es jedoch bei einer Meinung. Oft schlagen auf Facebook, YouTube und Co. die Kommentare in Hate Speech, also Hassrede, um. Vor allem bei politisch relevanten Themen bleiben diese nicht aus. So wird aus einer Debatte schnell Diskriminierung oder sogar Volksverhetzung. Wie genau Hate Speech aussieht, kann man nicht generell definieren, sie hängt immer vom Kontext ab. Oftmals geht sie allerdings so weit, dass der Inhalt strafrechtlich relevant wird. Rassistische Aussagen gehören hier definitiv dazu. Viele Menschen fühlen sich in den Weiten und der Anonymität des Internet sicher und posaunen diskriminierende Meinungen ungehemmt in die Timelines und Kommentarspalten der sozialen Netzwerke.

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Es gibt Gesetze, die Meinung regeln

Das Internet ist allerdings kein rechtsfreier Raum. Auch hier können wir bei Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz Heiko Maas hat hierzu das sogenannte „Netzwerkdurchsuchungsgesetz“ erarbeitet, das im Juni vom Bundestag angenommen wurde. Strafbare Inhalte, also Hetze und Fake News, sollen von den Verantwortlichen der Plattformen wie Facebook und Co. in kurzer Zeit gelöscht werden. Sonst drohen hohe Geldstrafen.

Einschränkung der Meinungsfreiheit?

Das Gesetz wurde nicht nur positiv aufgenommen. Viele Netznutzerverbände sehen darin die große Gefahr, die freie Meinungsäußerung, die im deutschen Grundgesetz verankert ist, einzuschränken. Andere empfinden das Gesetz sogar als Form der Zensur. Zudem kommen den Online-Konzernen, wie Facebook oder YouTube, so in eine Art Richterrolle zu und sie müssten laut Entwurf von Bundesjustizminister Maas über Recht und Unrecht entscheiden. Bei den drohenden Geldstrafen kann man annehmen, dass sie künftig Inhalte viel schneller löschen, blockieren oder sogar zur Anzeige bringen, die es eventuell gar nicht verdient haben. Diese Kritik führte dazu, dass das Gesetz schließlich in veränderter Form vom Bundestag verabschiedet wurde.

Kommentare moderieren

Aufgrund der Vielzahl der Kommentare und Meinungen, die tagtäglich gepostet werden und auch als Reaktion auf das Netzwerkdurchsuchungsgesetz hat Facebook nun zwei Löschzentren eingerichtet. In diesen Löschzentren in Berlin und Essen sitzen insgesamt 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich Inhalte überprüfen und entscheiden, ob ein Kommentar noch Meinungsäußerung oder schon Hate Speech ist.

Freundlich bleiben

Meinungen sind wichtig, regen an und Debatten bringen uns weiter. Wichtig ist jedoch, dass dabei niemand verletzt wird. Viele Webseiten, zum Beispiel Tageszeitungen, haben eine Netiquette, also Verhaltensregeln, an die sich jede Person, die mitdiskutieren will, halten muss. Denn auch wenn es nicht so scheint: Hinter den meisten Profilen stecken ein echte Menschen. Und deren Würde ist unantastbar.


Über die Autorin

Yasmin P.

Yasmin P. ist in Berlin geboren und aufgewachsen, hat Islamwissenschaft studiert, arbeitet als freie Autorin und Journalistin. Neben Sprachen interessiert sie sich vor allem für Kultur, Musik und alles, was den Menschen noch so bewegt. Bild: © Alicia Kassebohm




Titelbild: © Peter Snaterse/shutterstock.com

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