Wirtschaft und ihre Folgen: Was ist Globalisierung?

Wenn mehrere Länder der Erde gemeinsame Fragen in Politik, Wirtschaft und Kultur besprechen, spricht man von Globalisierung. Was sind die Vor- und Nachteile?

Der Begriff „Globalisierung“

In einer vernetzten Welt werden Handel, Politik und Kommunikation über Ländergrenzen hinweg betrieben. Der Begriff „Globalisierung“ ist weit verbreitet, aber unklar definiert. Er bezeichnet in der Regel wirtschaftliche, ökologische, gesellschaftliche und politische Fragen, die zwischen mehreren Ländern, Staaten und Regionen behandelt werden.
Beispiele für eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mehrerer oder aller Länder der Erde sind die Europäische Union (EU), der Wirtschaftsraum OECD oder die Vereinten Nationen (UNO).

Kommunikation und Globalisierung

In der Kommunikation sind Medien wie Telefone, Handys, Fernsehen und vor allem das Internet entscheidende Multiplikatoren. Sie sind in den meisten Regionen der Welt mittlerweile Standard. Informationen können günstig und schnell weltweit verbreitet werden.
Dadurch werden Meinungen, Informationen und kulturelle Entwicklungen auch an entlegene Orte getragen.

Wirtschaft und Globalisierung

Niedrige Treibstoffpreise und günstige Transportmöglichkeiten in der Containerschifffahrt und der Luftfahrt senken die Kosten für den Gütertransport rapide. So lohnt es sich für große Konzerne, ihre Produkte weltweit zu produzieren und zu vermarkten. Seit den 1950er Jahren wird der Export von Waren und Gütern stark global betrieben. Auch die Investitionen von Firmen im Ausland sind angestiegen. Sie suchen nach Absatzmärkten und günstigen Produktionsstandorten, um sich im Welthandel zu behaupten. Man spricht dann von multinationalen Unternehmen.

Politik und Globalisierung

Ein wichtiger Aspekt, der sich auch auf die Wirtschaft auswirkt, wird durch politische Prozesse gestaltet: Die Öffnung der nationalen Märkte ist ein signifikantes Merkmal der Globalisierung. Einfuhrzölle, Einfuhrquoten und Einfuhrverbote werden seit den 1980er Jahren weltweit eingeschränkt oder ganz aufgehoben.

Auch der Klimawandel ist ein globales Problem, das nicht an den nationalen Grenzen haltmacht. Ähnlich verhält es sich mit Phänomenen wie der Finanzkrise oder dem Terrorismus. Die Politik versucht darauf zu reagieren, indem mehrere Länder gemeinsame Entscheidungen und Richtlinien bestimmen und umsetzen. Beispiele dieser politischen Verbünde sind die EU, die G-20 oder die UNO. Es gibt aber auch globale politische Netzwerke, die keiner Regierung angehören. Man nennt sie Nichtregierungsorganisationen, kurz NGOs. Greenpeace, Amnesty International oder Ärzte ohne Grenzen sind solche NGOs.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung?

Durch große Verbünde von Staaten, die sich um die Belange der Politik oder der Wirtschaft kümmern, verlieren kleinere Staaten und Regionen in einer globalisierten Welt an Einflussmöglichkeiten.

Für eine kulturelle Globalisierung hat sich der Begriff der „McDonaldisierung“ als Kritik herausgebildet. Hiermit wird der Vormarsch der westlichen Populärkultur beschrieben. Dadurch wird eine kulturelle Vielfalt zunehmend zerstört. Symbole dieser McDonaldisierung sind Produkte, Musik, Filme, Nachrichten aber auch die englischen Sprache. Als Gegenbewegung lässt sich eine Rückbesinnung auf lokale und regionale Kulturen beobachten.

Wer profitiert von der Globalisierung?

Ehemalige Schwellenländer, z. B. Taiwan, Südkorea, Indien oder Brasilien, haben erhebliche Vorteile von der verstärkten Einbindung in die Weltwirtschaft. Sie können durch ausländische Direktinvestitionen Fabriken und Infrastruktur in ihren Ländern auf- und ausbauen. Aufgrund niedriger Löhne sind die Produkte, die dort produziert werden, besonders günstig. Ein positives Beispiel ist China. Durch das immense Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit der Globalisierung sind 500 Mio. Chinesinnen und Chinesen von extremer Armut befreit worden.

Industrieländer können dank der Globalisierung neue Märkte für ihre Produkte finden. Gleichzeitig erhalten sie auf dem Weltmarkt aber auch Konkurrenz durch die Schwellenländer, die günstiger produzieren können.

Wer verliert bei der Globalisierung?

Viele afrikanische Länder, die südlich der Sahara liegen, leiden unter den Nachteilen der Globalisierung. Sie sind nicht ausreichend auf die Anforderungen einer vernetzten Welt vorbereitet. Dadurch verlieren sie im internationalen Wettbewerb. Günstige Produkte aus Industrie- und Schwellenländern vertreiben örtliche Produktionen aus den lokalen Märkten. Für ausländische Investitionen sind sie zumeist nicht attraktiv genug.

Titelbild: © Travel mania/shutterstock.com

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