Arbeit im Home-Office: Warum ich es liebe, zu Hause zu arbeiten

Die kurze Antwort: Weil ich dadurch weniger gehetzt bin.

Die lange Antwort: Bis vor einem Jahr war ich festangestellt. Sieben Jahre im selben Verlag, in derselben Redaktion. Ich war erst normale Redakteurin, dann hatte ich eine Führungsposition. Nach der Geburt meiner Tochter war ich nur noch gehetzt. Was nicht nur daran lag, dass ich ein großes Arbeitspensum hatte. Das war ja vorher auch der Fall. Sondern, dass ich mich um Punkt 17 Uhr auf den Weg machen musste, um das Töchterchen von der Kita abzuholen. Pünktlich zu gehen, ist in einer Nachrichtenredaktion grundsätzlich schwierig, weil immer etwas dazwischen kommt – und wenn es keine aktuellen Nachrichten sind, dann ein Chef, dem noch irgendetwas Dringendes einfällt. Obwohl ich nach einiger Zeit meinem Arbeitsumfeld klargemacht hatte, dass ich ab 17 Uhr weg bin und auch ab 16:45 Uhr nicht mal eben noch was erledigen kann – ich war gehetzt! Den ganzen Arbeitstag über hatte ich im Hinterkopf: Um 17 Uhr muss ich weg, um 17 Uhr muss ich weg, um 17 Uhr muss ich weg.

Ein kurzes Schwätzchen mit Kollegen? – Keine Zeit.

Mittagessen? – Ja, aber nur ganz schnell. Mal eben über eine Überschrift diskutieren? – Ja, aber nur ganz kurz. Über eine Idee brainstormen? – Ja, aber nicht jetzt, dazu müssen wir einen Termin ausmachen. Ein kurzes Schwätzchen mit den Kolleginnen und Kollegen? – Keine Zeit. Mails beantworten, die nicht dringend sind? – Keine Zeit. Sich auf einen Kaffee in der Cafeteria treffen? – Nein, nicht möglich. Denn: Um 17 Uhr muss ich weg.

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Und mit dem Herunterfahren des Computers hörte das Gehetzt-sein-Gefühl nicht auf. Die nächste bange Frage lautete: Scheiße, es ist 17:02 Uhr. Kriege ich die U-Bahn noch? Wenn nicht: Würde der Bus-Anschluss klappen? Oder sollte ich schon mal in der Kita anrufen, dass es später wird? Nach kurzer Zeit habe ich die Abholzeit auf 17:45 Uhr gesetzt. Nicht, um weniger gehetzt zu sein, sondern um nicht ständig bei der Kita anrufen zu müssen. Dass ich gehetzt war, blieb unverändert.

Ist es jetzt besser im Home-Office?

Ja! Statt 30 bis 45 Minuten – abhängig von den Anschlüssen und wie schnell ich beim Umsteigen rannte –, brauche ich jetzt läppische sieben Minuten zur Kita. Mein Arbeitspensum ist nach wie vor groß und es ist noch immer schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Vor allem, da ich, wenn das Töchterchen eingeschlafen ist, Zeit mit meinem Mann verbringen will, also spät am Abend nicht noch arbeite. Und es gibt immer noch Tage, an denen ich gehetzt zur Kita komme, weil ich schnell einen Text fertig schreiben oder einen Podcast fertig schneiden oder ein Angebot abschicken wollte. Aber dieses Gehetzt-sein-Gefühl ist ein selbstverschuldetes, kein strukturelles.

Ob ich jetzt tiefenentspannt bin?

Quatsch! Davon bin ich weit entfernt. Schließlich hat es auch einige Nachteile, als Selbstständige mit Kind zu Hause zu arbeiten. Aber davon werde ich ein anderes Mal berichten.

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Über die Autorin

Gastautorin Ulrike

Ulrike

Ulrike hat ein Töchterchen im Kita-Alter, das alles alleine machen will, aber hin und wieder trotzdem auf Mamas Arm sitzt. Wenn das Töchterchen in der Kita ist, ist Ulrike Journalistin – ihr Spezialgebiet sind TV-Serien. Außerdem betreibt sie den Gute-Nachrichten-Newsletter „The Daily Flausch“ und gibt Seminare und Workshops in Sachen Innovation im Journalismus. Bild: © Ralf-Sander



Titelbild: © Halfpoint/shutterstock.com

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