Schulzeugnis richtig lesen

Ob Grundschule oder weiterführende Schule – aus einigen Formulierungen wird man schwer klug. Was im Zeugnis steht und was es eigentlich bedeutet.

Schulzeugnisse sind gleich und doch etwas anders als Arbeitszeugnisse. Auch sie benutzen eigene „Codes“, die nur entschlüsseln kann, wer die Tricks kennt. Anders als ein Arbeitgeberzeugnis darf im Schulzeugnis jedoch auch Negatives stehen. Immerhin soll der Lehrer bzw. die Lehrerin ehrlich Auskunft und Ratschläge geben, wo sich Ihr Kind noch verbessern kann.

Was nicht im Zeugnisbericht stehen sollte

Lehrerinnen und Lehrer sind dazu angehalten, sich ein vielfältiges und umfassendes Bild von jedem Schüler und jeder Schülerin zu machen. Das heißt, neben den Noten für Leistungskontrollen, Hausaufgaben, Ordnung in den Arbeitsmaterialien, Mitarbeit und Extraarbeit wird auch geplant und ungeplant von der Lehrkraft protokolliert, wie sich das Kind im Unterricht verhält. Am Ende des Schuljahres entsteht daraus der Zeugnisbericht. Bei der Formulierung müssen Lehrerinnen und Lehrer einiges beachten:

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  • Das Ziel des Textberichts ist es, differenzierte und ergänzende Angaben zum Lern- und Leistungsstand des Kindes zu machen. Eine allgemeingültige Bewertung sollte hier nicht zu finden sein.
  • Es darf keine persönliche Meinung der Lehrkraft einfließen.
  • Die Note sollte nicht anhand der Beschreibung ablesbar sein.
  • Aussagen zum Charakter des Schülers bzw. der Schülerin haben nichts im Zeugnis zu suchen.
  • Die Aussagen zu den Kompetenzen in einzelnen Bereichen sollten sich nicht mit den Aussagen zum Lern- und Arbeitsverhalten vermischen.
  • Zum Lern- und Arbeitsverhalten sollte die Einschätzungen aller Lehrkräfte des Kindes berücksichtigt werden.

Formulierungen für einzelne Fächer

Wenn Ihr Kind für einzelne Fächer eine Textbewertung erhält, sind die Details zu beachten. Zunächst ist es immer ein sehr gutes Zeichen, wenn ein „sehr“ zur Verstärkung im Text steht. Wenn Ihr Kind also etwas „sehr gut“ beherrscht und „sehr sicher“ im Anwenden von neuen Kenntnissen und Fähigkeiten ist, ist das mit der Note Eins gleichzusetzen.

Wenn Ihr Kind für einzelne Aufgabenarten „noch Hilfsmittel“ oder „Unterstützung“ benötigt, fehlen einige Kenntnisse. Auch wenn es in „bekannten“ Aufgabenstellungen zurechtkommt, scheint es das Thema noch nicht komplett zu beherrschen, um eigenständig schwierigere, weil unbekannte Aufgaben lösen zu können. Das entspricht eher der Note Drei. Hier können Sie noch einmal mit Ihrem Kind üben, um ihm mehr Sicherheit zu geben.

Zu Beginn des Schuljahres gibt die Lehrkraft aus, welche Kompetenzen und Kenntnisse Ihr Kind im Laufe des Jahres erreichen sollte. Steht im Zeugnis nur ein Teilbereich dessen, was im Lehrplan vorgegeben war, dann fehlen noch wichtige Kenntnisse. Das entspricht dann eher den Noten Drei bis Vier. Konnte Ihr Kind also laut Zeugnis z. B.„sicher im Zahlenraum bis 100 rechnen“, obwohl der Zahlenraum bis 200 vorgegeben war, sollte Ihr Kind die fehlenden Kenntnisse nacharbeiten.

Formulierungen zur Arbeitsweise und zum Lernverhalten

Wenn Ihr Kind „stets für neue Themen zu begeistern“ war, oder „über das gesamte Schuljahr hinweg“ eine hohe Lernbereitschaft zeigte, ist es ein sehr guter Schüler bzw. eine sehr gute Schülerin. Wenn das Wörtchen „stets“ in der Bewertung fehlt, entspricht das der Note Zwei. Wenn Ihr Kind „offen“ war, entspricht das der Note Drei und wenn es sich „nicht von sich aus“ an Neues herantraute, entspricht das der Note Vier.

Um herauszufinden, wie gut Ihr Kind mit Aufgabenstellungen umgeht, lohnt es sich darauf zu achten, ob es „zielstrebig“ (sehr gut), „mit Mühe“ oder „bemüht“ (gut) oder eher „in der Regel“ oder „bei Interesse“ (befriedigend) arbeitete. Das entspricht jeweils den Noten Eins bis Drei.

Wenn die Arbeitsweise Ihres Kindes mit „überaus“ beschrieben wird, z. B. „überaus gründlich“, entspricht das der Note Eins. Auch eine „große Selbstständigkeit und Motivation“ passt dazu. Wenn etwas mit einem „besonderen Lob“  versehen wurde, können Sie es als das einordnen, was es ist: Eine sehr gute Leistung.

Wenn Ihr Kind Vereinbarungen über Lernziele oder Aufgaben „gezielt“ umsetzte, entspricht dies der Note Zwei.

Eine Bewertung der Arbeitsweise, in der beschrieben wird, dass Ihr Kind „sachbezogen“ antwortete, meint, dass es noch Bereiche gibt, die Ihr Kind regelmäßig üben und auch zu Hause angehen sollte. Auch wenn Lernziele „oft“ erfüllt werden konnten, wird hiermit die Note Drei beschrieben.

Gibt es noch weitere Formulierungen im Zeugnis, die Ihnen unklar sind? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar.

Titelbild: © Lukassek/shutterstock.com

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