Besser lernen mit Karteikarten

Im Wartezimmer oder an der Bushaltestelle – mit Karteikarten kannst du immer und überall ohne großen Aufwand lernen. Wir erklären dir, wie das Lernen mit Karteikarten funktioniert.

Mit Karteikarten hat jeder irgendwann schon mal gelernt. Lernexpertinnen und -experten sind jedenfalls überzeugt von dieser Methode. Warum? Zunächst einmal lernst du doppelt: Einmal schon dadurch, dass du die Karteikarten schreibst. Und zweitens natürlich, wenn du dann mit ihnen lernst.
Dabei können die Karteikarten auch besonders gestaltet sein – tob dich ruhig aus. Aber ob die Überschriften nun grün und doppelt unterstrichen sind, ist für den Lernerfolg eigentlich egal. Hauptsache sie sind übersichtlich. Trotzdem ein paar Tipps für’s Drumrum:

Die Wahl der Karteikarten

Karteikarten bekommst du fast überall. Und es gibt sie in allen möglichen Farben und Formen:

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  • Das Format: A5, A6, und A7
    Bei der Größe geht es um die Handlichkeit. Wo genau willst du lernen? Unterwegs ist kleiner besser, zuhause oder für Grafiken kannst du auch die Größeren benutzen.
  • Die Farbe: gelb, grün, blau, rosa …
    Farben kannst du einsetzen, um Kategorien zu erstellen, z. B. in Englisch: Blau für Vokabeln, Gelb für Grammatikregeln, usw.
  • Der Aufdruck: liniert, kariert, doppelte Kopflinien oder ohne
    Das hängt von dir und dem Fach ab. Besorge dir welche, auf denen du am besten schreiben kannst.

Probier dich aus – du wirst schnell merken, welcher Karteikarten-Typ du bist. Tipp von uns: Es müssen nicht immer gekaufte Karteikarten sein. Du kannst dir aus Papier oder Pappe eigene basteln.

Bunt und so

Eine große Rolle spielen Signalfarben, z. B. mit einem Textmarker. Oft merkst du dir neben dem Inhalt auch das Aussehen der Karteikarten. So kann es passieren, dass dir im Test plötzlich ausgerechnet dieser eine bestimmte Begriff nicht mehr einfällt. Aber du weißt, dass du ihn auf der gelben Karteikarte mit grünem Textmarker markiert hast. Das hilft meist schon und der gesuchte Begriff ist wieder in deinem Kopf. Sich Sachen über Farben oder Anordnungen zu merken, passiert unbewusst. Unterschätze deshalb das Markieren, Unterstreichen und Nummerieren nicht.

Was kommt drauf?

Um Fremdsprachen zu lernen, eignet es sich, einzelne Vokabeln oder Sätze auf eine Seite zu schreiben. Auf die andere Seite kommt dann die Übersetzung. Für andere Fächer empfehlen wir dir das Frage-Antwort-Prinzip. Auf eine Kärtchenseite formulierst du eine Frage und auf der Rückseite die jeweilige Antwort, wie bei einem Quiz. Das Abfragen muss auch nicht zwangsläufig immer durch dich selbst erfolgen. Du kannst dich auch von deinen Klassenkameradinnen oder -kameraden abfragen oder dich von deinen Eltern prüfen lassen.

Ein praktisches Hilfsmittel: der Karteikasten

Für’s Lernen zu Hause ist der berühmtberüchtigte Karteikasten eine große Hilfe. Du kannst ihn dir entweder kaufen oder auch selber basteln. Hier eine kurze Anleitung:

  1. Besorge dir am besten einen kleinen Schuhkarton.
  2. In den Schuhkarton bastelt du „Lern-Abteilungen“. Miss dafür die Breite und die Höhe deines Kartons aus. Auf die ausgemessene Breite addierst du noch 2cm hinzu. Die Höhe bleibt. Und mit diesen Maßen schneidest du dann ca. drei bis vier Trennwände aus.
  3. Klebe die Trennwände jetzt in gleichmäßigen Abständen in den Schuhkarton ein. Weil du die Trennwände breiter ausgeschnitten hast, als der Schuhkarton ist, kannst du die jetzt super umklappen und an den Innenseiten des Schuhkartons festkleben.
  4. Und fertig ist dein Karteikasten. Wenn du ihn noch etwas aufpeppen willst – mach das gerne, wie du möchtest.

Lernen mit Karteikasten

Versuche am Tag mindestens einmal die Zeit zu finden, um dich mit deinem Lernkasten hinzusetzen. Alle Karteikarten befinden sich anfangs in der ersten Lern-Abteilung ganz vorne. Wenn du eine Karteikarte beantworten konntest, rutscht diese eine Abteilung weiter. Dieses Vorgehen nennt man den Leitner-Algorithmus. Nach diesem Prinzip gehst du immer weiter vor. Wenn die Kärtchen bis zum letzten Fach gewandert sind, dann hast du ihren Inhalt verinnerlicht – Glückwunsch! Wenn du eine Antwort nicht mehr beherrschst, ist das gar kein Problem. Die Karte rutscht dann einfach wieder ein Lern-Abteil nach vorne.

Leitner-Algorithmus Lernen mit Karteikarten und Karteikasten

Die Fächer im Karteikasten haben jeweils eine bestimmte Bedeutung:

  • Die Karten im Fach 1 werden täglich wiederholt,
  • die Karten im Fach 2 werden jeden zweiten oder dritten Tag gelernt,
  • die Karten im Fach 3 einmal die Woche
  • und die Karten im Fach 4 alle 30 Tage oder noch seltener.

Lernen mit dem Leitner-Algorithmus

Wenn du mit dem Lernen beginnst, befinden sich alle Karten im Fach 1. Wiederhole diese Karten jeden Tag. Wenn du eine Karte beantworten konntest, rutscht diese ins Fach 2. Wenn du die Antwort nicht wusstest, bleibt die Karte im Fach 1.

Die Karten im Fach 2 schaust du dir dann jeden zweiten oder dritten Tag an. Wenn du die Lösung parat hattest, kommt die jeweilige Karte ins Fach 3. Wenn du die Lösung nicht kanntest, wandert die Karte wieder ins Fach 1.

Mit dem gleichen Prinzip geht es weiter. Die Karten im Fach 3 schaust dir dir einmal die Woche an. Hast du die Antwort gewusst? Super, dann rutscht die Karte ins Fach 4. Wenn du die Karte nicht beantworten konntest, wandert die Karte wieder ins Fach 1.

Die Karten im Fach 4 schaust du dir dann nur noch alle 30 Tage bzw. einmal im Monat an. Denn die Lösungen sollten mittlerweile in deinem Langzeitgedächtnis abgespeichert sein. Solltest du die Antwort doch noch nicht wissen, kommt die Karte einfach wieder ins Fach 1. Wenn du die Antwort wusstest, bleibt die Karte im Fach 4.

Lernen ohne Karteikasten

Nimm dir immer etwa sieben Karteikarten und wiederhole sie mehrmals. So lange, bis du alle kannst. Wie schon erwähnt, sind die kleineren für unterwegs praktischer. Wenn du alle sieben beherrschst, nimmst du dir weitere sieben und legst den ersten Stapel erst einmal zu Seite. Mit den Karteikarten fragst du dich erst wieder in zwei Tagen ab und du wirst sehen, ob sich der Stoff gefestigt hat. Wenn nicht, nimmst du die Fragen, die du nicht beantworten konntest, und packst sie zurück in den großen Stapel.
Probiere das einfach mal aus – mit oder ohne Karteikasten.

Titelbild: ©iStock.com/peepo

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