Brexit einfach erklärt – in 7 Schritten up to date

Brexit überall – Großbritannien tritt aus der EU aus. Aber wieso? Und was heißt das genau? In sieben Schritten erklären wir dir, was du zum Chaos um den EU-Austritt wissen musst.

Über den Autor

Michael Metzger

Michael Metzger lebt als freier Journalist in Berlin. Dort organisiert er auch Science Slams, Vortragswettbewerbe, bei denen Wissenschaftler ihre Forschung auf einer Bühne so präsentieren, dass sie jeder versteht.

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Schritt 1: Brexit – WTF?

Yep. Großbritannien, ein Land, das seit 42 Jahren Mitglied der Europäischen Union ist, will jetzt die EU verlassen.

Schritt 2: Will? Ist Großbritannien nicht schon raus?

Nein. Aber fast! Es gab eine Abstimmung, bei der knapp über die Hälfte der Wählerinnen und Wähler in Großbritannien für den Austritt gestimmt haben. Der Austritt muss aber trotzdem nicht von der Regierung umgesetzt werden. Allerdings haben alle Medien wochenlang über die Abstimmung berichtet. Auch in den Kneipen gab es kein anderes Thema. Eigentlich kann die Regierung jetzt nicht kneifen.

Schritt 3: Also ist Großbritannien bald raus aus der EU. Was passiert dann?

Die EU ist wie eine WhatsApp-Gruppe. Hier kommunizieren die europäischen Staaten miteinander und legen die Regeln für ein gemeinsames Miteinander fest. Dass du unkompliziert in Frankreich einen Schüleraustausch machen, nach Italien in den Urlaub fliegen und in Österreich mit dem Euro bezahlen kannst, dafür ist die EU verantwortlich. Wenn Großbritannien die EU verlässt, dann müssen Reise-, Arbeits- und Währungsregeln neu verhandelt werden.

Schritt 4: Und wie wird das alles in Zukunft funktionieren?

Das weiß niemand. Vielleicht wird eine Reise nach Großbritannien bald ähnlich kompliziert wie in die USA. Vielleicht wird es aber auch Sonderabkommen geben. Viele Briten leben in anderen europäischen Staaten und viele Bürger aus anderen europäischen Staaten leben in Großbritannien. Es kann gut sein, dass die Politiker Regeln finden, die den Austritt für alle Beteiligten einfacher machen.

Schritt 5: Warum haben die Briten überhaupt für den Austritt gestimmt?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Viele Menschen in Großbritannien fühlen sich nicht europäisch und sind unzufrieden, da sie meinen, dass zu viel britisches Geld an die EU gehen würde. Zudem haben sie ein Problem mit Ausländern. Die Politiker, die den Brexit wollten, haben versprochen, dass ohne die EU weniger Migranten nach England kommen und mehr Geld da sein wird. Ob sich das umsetzen lässt, müssen sie noch beweisen.

Schritt 6: Sind die Briten glücklich mit der Entscheidung?

Nicht alle. Die Entscheidung war sehr knapp und viele junge Menschen sind nicht zur Wahl gegangen. Jetzt, da das Ergebnis bekannt ist, wollen diese die Abstimmung wiederholen. Außerdem wird zurzeit klar, dass einige Versprechen gelogen waren. Zum Beispiel wird durch den Austritt gar nicht so viel mehr Geld vorhanden sein. Das Geld, was Großbritannien an die EU gezahlt hat, hat das Land bisher größtenteils zurückbekommen. Politiker, wie der Premierminister David Cameron, haben deshalb bereits ihren Rücktritt angekündigt. Sogar Boris Johnson und Nigel Farage, zwei Politiker, die stark für Brexit geworben haben, wollen die weiteren Verhandlungen mit der EU nicht umsetzen.

Schritt 7: Und was ist mit Nordirland und Schottland los?

Großbritannien ist kein geschlossenes Land. Nordirland und Schottland haben eine eigene Geschichte und Kultur und wollen unabhängig sein – so wie Bayern bei uns. In diesen beiden Regionen haben die meisten Leute gegen den Austritt gestimmt. Weil die Nordiren und Schotten in der EU bleiben wollen, überlegen sie jetzt, eine Abstimmung über den Austritt aus Großbritannien unter ihren Bürgerinnen und Bürgern loszutreten.





Titelbild: © nito/shutterstock.com

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