Freundschaft: Was sie ausmacht und wie sie ewig hält

In der Schulzeit befreundet zu sein, ist meistens recht einfach: Du siehst deine Freunde täglich und kannst deine Wünsche und Hoffnungen mit ihnen austauschen. Aber wie bleibt ihr auch nach eurem Abschluss befreundet?

Freundschaft – eine Definition

Der griechische Philosoph Aristoteles sagte: „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“ Damit meint der berühmte Denker, dass sich Freundinnen und Freunde dadurch auszeichnen, dass sie einander verstehen und die Gefühle teilen können. Wenn dein Freund bzw. deine Freundin traurig oder glücklich ist, bist du es auch. Freundschaften sind damit für jeden Menschen eine Grundvoraussetzung für ein glückliches und erfülltes Leben.

Der Begriff Freundschaft drückt deine Sympathie für eine andere Person aus. Du findest diese Person super und sie dich auch. Denn eine Freundschaft kann nur dann wirklich funktionieren, wenn diese Zuneigung von beiden Seiten ausgeht. Eine einseitige Freundschaft gibt es nicht. Nur auf gegenseitiger Basis kann auch Vertrauen entstehen. Und darum geht es bei Freunden bzw. Freundinnen: Dass du immer eine Bezugsperson hast, mit der du über alles sprechen kannst. Die dich auch dann auffängt, wenn du eine Krise erlebst, weil du einsam oder verunsichert bist. Damit sind Freunde manchmal so etwas wie eine zweite Familie.

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Es werden drei Arten der Freundschaft unterschieden:

  1. Freundschaften, die die Vorteile der anderen Person (aus-)nutzen
  2. Freundschaften, die nur auf dem gemeinsamen Spaß bzw. Freizeit beruhen
  3. Freundschaften, die über ein wirkliches Interesse aneinander verfügen

Bei der ersten Freundschaftsform geht es darum, dass du mit einer Person befreundet bist, weil sie z. B. gute Notizen im Unterricht macht, die du dir gern ausleihst. Oder weil die Person die besten Präsentationen baut. Bei der zweiten Art der Freundschaft handelt es sich meistens um Freundinnen oder Freunde, die du nur am Wochenende siehst und die du nicht anrufen würden, wenn du z. B. Kummer hast. Die letzte Form der Freundschaft ist die ideale Freundschaft. Allerdings kommt sie auch am seltensten vor. Auf diese Freundinnen und Freunde kannst du dich verlassen – und sie auch auf dich. Denn ihr mögt einander und wollt, dass es den anderen gutgeht. Die meistens Menschen haben nicht mehr als fünf wirklich gute Freunde bzw. Freundinnen.

Woran man gute Freundinnen und Freunde erkennt

In der Schule, im Studium oder in der Ausbildung findest du Freundinnen bzw. Freunde häufig über gleiche Interessen oder Wertvorstellungen. Das heißt, dass ihr z. B. die gleiche Musik, Hobbys oder Sportarten mögt. Manchmal sind es auch die Umstände, die euch zu Freunden bzw. Freundinnen werden lassen. Wenn du etwa eine Person in deinem Alter in der Nachbarschaft hast oder die Freunde deiner Eltern ein gleichaltriges Kind haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du diese Person kennenlernst und magst.

Daran erkennst du, ob eine Person ein wirklich guter Freund bzw. eine wirklich gute Freundin ist:

  1. Sie ist offen und hat eine positive Körperhaltung. Wer dir freundlich in die Augen schaut und sich nicht mit verschränkten Armen vor dir aufbaut, ist dir positiv gestimmt.
  2. Sie hat immer was Spannendes zu erzählen. Eine Person, die dir ehrlich über ihre Gedanken und Projekte erzählt und deine Meinung wertschätzt, ist ein guter Freund bzw. gute Freundin.
  3. Sie übernimmt auch mal eine unangenehme Aufgabe oder sagt dir ihre Meinung. Wenn du deinen Freund bzw. deine Freundin darum bittest, dir bei etwas zu helfen, macht sie das gern. Und wenn du mal richtigen Mist gebaut hast, dann sagt ein guter Freund bzw. eine gute Freundin dir das auch. So will er bzw. sie verhindern, dass dir das noch mal passiert.

Freundschaft in Zeiten des Internets

Mittlerweile findest du neue Freundinnen und Freunde natürlich auch online. Oft spielen hier ebenfalls gleiche Interessen eine Rolle. Der Unterschied zu Offline-Freundschaften ist, dass du sie schwieriger interpretieren kannst, da du nicht die Körperhaltung beobachten kannst und dich teilweise auf Geschriebenes und Emojis verlassen musst. Daher ist es für die meisten Online-Freundschaften früher oder später wichtig, dass man miteinander telefoniert oder skypt. So lernt man die Gesten und die Mimik des anderen kennen und kann die Tonlage besser einschätzen. Häufig bist du mit deinen Freundinnen und Freunden aus der Schule auch online unterwegs, in Messengern, auf Instagram oder Snapchat. Da sich diese beiden Ebenen vermischen, ist es immer wieder wichtig abzugleichen, ob sich dein Freund bzw. deine Freundin dort so verhält, wie du es von ihm bzw. ihr aus dem direkten Umgang erwartest. Wenn sich jemand online verstellt und z. B. unnötig gemein ist oder sich aufspielt, dann solltest du Abstand halten. Wenn dein Freund sich online über gleichen Blödsinn freut, über den er sich auch amüsiert, wenn ihr zusammen seid, dann kannst du davon ausgehen, dass er bzw. sie sich nicht „unecht“ verhält.

Eine weitere Folge der Auseinandersetzung mit dem Begriff „Freundschaft“ in Zeiten des Internets: Psychologinnen und Psychologen gehen davon aus, dass wir uns heute viel konkreter mit unseren Ansprüchen an eine Freundschaft auseinandersetzen. Wir erwarten, dass Freundinnen bzw. Freunde in guten wie in schlechten Zeiten für uns da sind. Das wurde früher viel zaghafter verhandelt und selten ausgesprochen.

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Wie Freundschaften nach dem Schulabschluss halten

Ab dem 23. Lebensjahr sinkt die Zahl der Freundschaften. Davor hast du es durch einen größeren Austausch mit allen möglichen Menschen leichter, neue Freundschaften zu schließen. Danach, wenn dein Studium oder deine Ausbildung beendet ist und du eine feste Beziehung hast, wird sich dein Freundeskreis nach und nach verkleinern. Das ist ganz normal. Du hast weniger Freizeit und möchtest diese Zeit mit den Menschen verbringen, die dich gut fühlen lassen. Daher sind die wahren Freundinnen und Freunde, die auch im Alter noch da sind, diejenigen, die dich mit all deinen Macken und Albernheiten mögen.

Um eine Freundschaft auch über den Schulabschluss hinaus zu erhalten, wenn ihr vielleicht in verschiedenen Städten wohnt oder unterschiedliche Lebenskonzepte verfolgt, gibt es vier Tipps:

  1. Melde dich selbstständig. Warte nicht nur darauf, dass der oder die andere dir eine Sprachnachricht schickt. Du musstest gerade an ihn oder sie denken? Dann schick ihm bzw. ihr eine Nachricht. Wenn die andere Person sich nicht sofort zurückmeldet, sei nachsichtig. Wahrscheinlich ist sie gerade beschäftigt und meldet sich sobald wie möglich bei dir.
  2. Sei aufmerksam. Dein Freund bzw. deine Freundin hat dir erzählt, dass er ein aufregendes Bewerbungsgespräch vor sich hat? Frage beim nächsten Treffen nach, wie es lief. Selbst wenn es schon ein paar Wochen her ist, zeigt das, dass du dich für deinen Freund bzw. deine Freundin interessierst, auch wenn ihr nicht mehr ständig zusammen rumhängt.
  3. Teile deine Gefühle mit – ohne zu viel zu erwarten. Es macht dich nahbar und zugänglich, wenn du deinen Freunden und Freundinnen auch weiterhin sagst, was du an ihnen schätzt. Genauso wollen sie wissen, wie es dir geht. Also erzähle ihnen auch von deinen Entwicklungen und Gedanken der letzten Zeit. Erwarte dabei nicht, dass sie dir mit deinen Problemen jederzeit helfen können. Aber es ist eine schöne Geste, sich zu öffnen und auch ihre Meinung einzuholen. Das zeigt Wertschätzung und diese Eigenschaft ist eine wichtige Basis für gegenseitiges Vertrauen.
  4. Sei kreativ in eurem Austausch. Du und dein Freund bzw. deine Freundin liebt es, euch zum gemeinsamen Frühstück zu verabreden, aber in den letzten Wochen hat es zeitlich einfach nicht geklappt? Dann rufe doch einfach mal zum Frühstück an, wenn du das nächste Mal die Gelegenheit hast. Oder schicke eine Postkarte aus dem Urlaub. Oder besuche sie am Wochenende und verbringe einfach gleich 48 Stunden mit deinem Freund bzw. deiner Freundin. Schon habt ihr neue gemeinsame Erinnerungen geschaffen, auf die ihr noch zurückblicken könnt, wenn ihr alt und grau seid.

Titelbild: © Denis Kuvaev/shutterstock.com

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