Sonderpädagogisches Gutachten – was Eltern wissen müssen

Was ist, wenn ein Kind, z. B. aufgrund körperlicher Einschränkungen, Unterstützung beim Lernen oder in der Schule benötigt? Dann muss ein Gutachten über einen sonderpädagogischen Förderbedarf her. Alles, was Eltern darüber wissen müssen.

Was ist ein sonderpädagogisches Gutachten?

Mit dem Gutachten wird festgeschrieben, ob bei einem Schulkind ein sonderpädagogischer Förderbedarf besteht. Dem Gutachten geht ein ausführliches Feststellungsverfahren voraus, in dem das Kind in verschiedenen Situationen beobachtet, untersucht bzw. befragt wird und Gespräche mit den Eltern geführt werden. Steht dem Kind laut Gutachten eine sonderpädagogische Förderung zu, bekommt es entweder besondere Unterstützung auf einer Regelschule oder wird einer Förderschule zugewiesen. Im Gutachten sind u. a. Informationen zur vorschulischen Bildung, zur Lernentwicklung, zum Leistungsstand, zum Arbeits- und Sozialverhalten sowie die Ergebnisse der Test- und Lernprozessdiagnostik, die Inhalte der Elterngespräche, der Wunsch der Eltern zum Förderort und der genaue Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung aufgeführt.


Die Kultusministerkonferenz (KMK) legt folgende Förderschwerpunkte fest:

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  • Lernen
  • Körperliche und motorische Entwicklung
  • Geistige Entwicklung
  • Emotionale und soziale Entwicklung
  • Hören
  • Sprache
  • Sehen
  • Andauernde Erkrankung

Wie bekommt man ein solches Gutachten?

Hegen Eltern den Verdacht, dass ihr Kind besondere Unterstützung beim Lernen bzw. in der Schule benötigt, z. B. aufgrund von körperlicher oder sozial-emotionaler Beeinträchtigung oder Behinderung, können sie in der Regel jederzeit einen Antrag auf ein Feststellungsverfahren für ein solches Gutachten bei der Schulaufsichtsbehörde stellen. In Ausnahmefällen wird solch ein Antrag auch von der Schule gestellt. Nämlich dann, wenn Lehrkräfte den Verdacht haben, dass bei einem Schüler oder einer Schülerin ein besonderer Bedarf besteht.

Wer stellt das Gutachten aus?

Das Gutachten wird meist von einer Lehrkraft der Schule, auf die das Kind bereits geht oder nach der Einschulung gehen soll, und einer sonderpädagogischen Lehrkraft erstellt. Sie führen mit dem Kind eine Test- und Lernprozessdiagnostik durch und führen Gespräche mit den Eltern. Falls es nötig ist, kann die Schulaufsichtsbehörde weitere Fachkräfte oder Institutionen für das Gutachten hinzuziehen. Beispielsweise kann sie eine schulärztliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt veranlassen. Hier werden u. a. die Sinnesorgane untersucht und geschaut, ob bei dem Kind aus medizinischer Sicht eine Beeinträchtigung besteht. Auch eine schulpsychologische Stellungnahme kann für das Gutachten eingeholt werden.

Und dann?

Nachdem das Gutachten erstellt wurde, entscheidet die Schulaufsichtsbehörde über die Form der sonderpädagogischen Unterstützung und die Förderschwerpunkte. Darüber werden die Eltern dann in einem Gespräch informiert. Diese haben auch das Recht, das Gutachten und dazugehörigen Dokumente einzusehen. Sind sie jedoch mit der Entscheidung der Schulaufsichtsbehörde nicht einverstanden, bleibt ihnen nur die Option, Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht zu erheben.

Sie haben Erfahrung mit einem solchen Gutachten und möchten diese teilen? Dann schreiben Sie einfach einen Kommentar!

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Titelbild: © Romrodphoto/shutterstock.com

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