Mehr Lesen: Sind Cartoons und Graphic Novels eine gute Lektüre?

So manche Eltern würden sich wünschen, dass ihre Kinder mehr lesen. Da ist es doch ein Segen, dass sich kleine Lesemuffel oft von Comic-Romanen angesprochen fühlen. Oder etwa nicht?

Es trainiert die Rechtschreibung, das Sprachverständnis, regt die Fantasie an, fördert den Wissenserwerb und die Denkfähigkeit – das Lesen. Außerdem haben Forscherinnen und Forscher herausgefunden, dass es zufrieden mache, mindestens 30 Minuten pro Woche zu lesen. Aber ist das alles auch gegeben, wenn Kinder und Jugendliche nur Sprechblasen lesen und sich sonst nur die großen Bilder auf den Buchseiten ansehen?

Selbst Lesemuffel greifen zu Comic-Romanen

Die einen finden, es handle sich bei den sogenannten Graphic Novels, also Comics in Buchform, nicht um richtige Romane. Und sowieso könne man das Konsumieren von Cartoons gar nicht Lesen nennen – schließlich würden da nur ein paar Sprechblasen und bunte Lautmalereien gelesen. Aber die meisten Pädagoginnen und Pädagogen befürworten diese Entwicklung im Literaturbereich, also den Trend hin zum neuen Genre des Comic-Romans. Nicht zuletzt weil sich viele Kinder und Jugendliche – selbst solche, die eigentlich nicht gerne lesen – von den Graphic Novels angesprochen fühlen. Und so boomt der Markt gerade im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Vorreiter der Graphic Novels für Kinder und Jugendliche sind Gregs Tagebücher von US-Autor Jeff Kinney – mittlerweile millionenfach verkauft. Es werden aber nicht nur neue Geschichte in dem beliebten Buchformat verpackt, sondern auch alte Kinderbuchklassiker in Comic-Romanen aufgearbeitet. Dabei wurde der Graphic Novel ursprünglich für Erwachsene entwickelt.

Buch ist Buch

In welcher Form auch immer, Kinder lernen mithilfe von und aus Geschichten. Ein Cartoon oder einen Graphic Novel zu studieren, erfordert genau wie das Lesen eines klassischen Romans Konzentration. Die Geschichten möchten genauso erschlossen, die Welt erforscht werden. Das Genre des Comic-Romans stellt somit eine Bereicherung dar. In Zeiten des Internets, in denen das schnelle Erfassen von Bild- und Textkombinationen zum Alltag gehört, gliedern sich die Comic-Romane und Cartoons in diese Sehgewohnheit der Kinder und Jugendlichen ein. Und gleichzeitig sorgen sie dafür, dass mehr Kinder und Jugendliche zum Buch greifen.

Mehr lesen mit Graphic Novels

Hier gibt’s ein paar Tipps, wie Eltern ihr Kind mithilfe von Graphic Novels fürs Lesen begeistern können.

  1. Selbst auswählen lassen. Ein Ausflug in die Bücherei oder in einen Buchladen kann Wunder wirken. Eltern sollten ihren Kindern hier Buchangebote machen, aber sie selbst auswählen lassen.
  2. Serien motivieren. Das Schöne an Comic-Romanen ist, dass es sich häufig um Mehrteiler handelt, z. B. Gregs Tagebücher. Hat das Kind erst einmal eine Buchserie für sich entdeckt, wird es freiwillig weiterlesen.
  3. Leserituale fördern. Damit Kinder regelmäßig lesen, sollte es mithilfe von Leseritualen in den Alltag integriert werden. So können Eltern und Kinder z. B. vor dem Schlafengehen gemeinsam lesen – entweder wird vorgelesen oder jeder liest für sich.

Sie haben weitere Tipps, wie Kinder mithilfe von Comic-Romanen an das Lesen herangeführt werden können? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Titelbild: © SunKids/shutterstock.com