7 wissenschaftlich belegte Lernmethoden

Wie gut man Informationen speichert, hängt nicht von der Lernzeit ab, sondern wie konzentriert man dabei ist. Das haben wissenschaftliche Studien belegt. Welche Lernmethoden besonders effektiv sind, erfahren Sie hier.

Es gilt die Formel: Lernerfolg = Lernzeit x Intensität des Lernens. Je fokussierter Schülerinnen und Schüler sind, desto weniger Zeit brauchen sie für den Lernstoff. Wir stellen Ihnen sieben Techniken vor, mit denen Inhalte besser und länger im Gedächtnis bleiben.

Ineffiziente Lernmethoden

Bevor es um effektives Lernen geht, hier einige Dinge die Schüler und Schülerinnen eher vermeiden sollten:

  • lange Zeit am Stück lernen
  • nur ein Thema behandeln
  • einzelne Sätze auswendig lernen
  • Texte oder Stichpunkte wiederholt durchlesen
  • Textstellen markieren

Intensives Lernen – so geht‘s

Einige der oben genannten Lernmethoden klingen gar nicht so abwegig. Galten sie doch lange Zeit als sinnvoll. Studien belegen jedoch, dass andere Herangehensweisen deutlich effizienter sind:

Tipp 1: Wissen im Voraus testen

Bevor mit dem richtigen Lernen begonnen wird, sollten Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen testen. Dazu eignen sich thematisch passende Arbeitsbögen, Übungen oder alte Klausuren. Dies wirkt sich, laut einer Studie, positiv auf den späteren Lernprozess aus – egal, ob die Fragen falsch oder richtig beantwortet werden. Alternativ können sich Lernende eigene Fragen zu einem Thema ausdenken. Diese Methode bereitet mental auf Prüfungen vor und verankert neue Informationen besser im Gedächtnis.

Tipp 2: Multitasking-Verbot

Nur mal eben die Nachricht beantworten, während das Lernvideo läuft und das Buch offen auf dem Tisch liegt. Multitasking beeinträchtigt, laut Studien, nicht nur beim Lernen die Konzentrationsfähigkeit. Schülerinnen und Schüler sollten sich daher auf ein Medium beschränken und am besten das Smartphone beiseitelegen. Jedes Mal, wenn der Lernprozess durch eine Ablenkung unterbrochen wird, muss sich das Gehirn umstellen. Dies führt zu verminderter Lernleistung und schneller Erschöpfung.

Tipp 3: Musik hören beim Lernen

Durch bestimmte Musik werden Hirnregionen stärker vernetzt und die Gedächtnisbildung aktiviert. Laut Prof. Eckart Altenmüller sorge angenehme Musik für mehr Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit. Auch im Unterricht kann Hintergrundmusik, möglichst ohne viel Text und nicht zu laut, bei Arbeitsphasen anregend wirken. Meist merken Schülerinnen und Schüler schnell, ob sie sich dabei besser konzentrieren können oder nicht. Gerade für auditiv Lernende kann Musik beim Lernen förderlich sein.

Tipp 4: Themenübergreifendes Lernen

Sich lange Zeit nur mit einem Thema zu beschäftigen, ist nicht sinnvoll. Lernende sollten sich eine Problematik oder eine Fragestellung heraussuchen und diese themenübergreifend untersuchen. In Mathe wäre es zum Beispiel ratsam, nicht nur Multiplizieren zu üben, sondern stattdessen Aufgaben zu bearbeiten, bei denen verschiedene Rechenarten erforderlich sind. Das Gehirn bleibt so viel aufnahmefähiger, hat eine Studie ergeben.

Tipp 5: Einem kleinen Kind erklären

Statt ganze Definitionen auswendig zu lernen, sollten Schüler und Schülerinnen die Inhalte zusammenfassen und mit eigenen Worten erklären. Dabei hilft die Methode, sich ein fünfjähriges Kind vorzustellen, dem man das Thema so verständlich wie möglich machen möchte. So reflektieren die Lernenden, was wirklich wesentlich ist.

Tipp 6: Kurze Lernintervalle

Statt eines Lernmarathons empfiehlt es sich, für kurze Zeit konzentriert zu lernen. Dadurch bleiben mehr Inhalte im Gedächtnis hängen, als wenn das Gehirn über mehrere Stunden Informationen aufnehmen muss. Es hilft, sich einen Zeitplan zu machen oder einen Wecker zu stellen.

Tipp 7: Sport für den Kopf

Sport zu treiben, soll, laut Dr. Douglas B. McKeag, dazu führen, dass man konzentrierter und fokussierter lernt. Das Gehirn werde beim Fitness mit mehr Sauerstoff versorgt und sei dadurch leistungsfähiger. Daher empfiehlt sich körperliche Betätigung vor und nach dem Lernen.

 

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Titelbild: © Alexis Brown/unsplash.com