Protokoll schreiben in der Schule – so machst du es richtig

Ein gutes Protokoll zu verfassen, ist ein Skill, der nicht nur in der Schule wichtig ist. Auch später im Beruf musst du Abläufe und Ergebnisse richtig beschreiben können. Deshalb wollen wir dir die besten Tipps geben, wie du ein gutes Protokoll schreibst.

Was möchtest du wissen?

Was ist ein Protokoll?

Der Begriff Protokoll kommt von dem mittellateinischen Wort protocollum, das für „amtliche Papyrusrollen“ steht. Darauf wurden früher Gerichtsverfahren dokumentiert oder Beschlüsse festgehalten. Auch heute noch beschreibt das Wort Protokoll eine Textform, in der Gespräche, Abstimmungen, Besprechungen oder Versuche detailliert beschrieben werden. In einem Protokoll sollst du entweder Wort für Wort wiedergeben, was besprochen wurde oder den Inhalt einer Absprache grob zusammenfassen. 

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Warum musst du ein Protokoll schreiben?

In der Schule, lernst du das Schreiben eines Protokolls meist in der Sekundarstufe I und musst dann entweder alleine oder in einer Gruppe Stunden, Diskussionen oder Versuche protokollieren. Aber auch im Job ist es wichtig, dass Personen, die nicht anwesend waren, nachvollziehen können, was in einem Meeting besprochen wurde. 

Außerdem lässt sich anhand eines Protokolls eine Diskussion auch Wochen später noch einmal aufgreifen: Dazu lesen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Protokoll durch und knüpfen daran an. 

Protokolle dienen außerdem als Beweismittel. Sollte die Lehrkraft oder eine Vorgesetzte bzw. ein Vorgesetzter im Nachhinein etwas behaupten, was so nicht besprochen wurde, kannst du dich auf das Protokoll berufen. Deswegen werden Gerichtsverhandlungen auch stets protokollarisch festgehalten. Auch wenn nach einer Unterrichtsstunde Unstimmigkeiten herrschen, wer für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich ist, kann das Protokoll dazu dienen, diese Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

In den Naturwissenschaften dienen Protokolle außerdem dazu, den Ablauf von Experimenten genau zu beschreiben. Später kannst du dann z. B. nachlesen, wann und warum welche Reaktion stattgefunden hat und diese dadurch reproduzieren. Außerdem stellst du anhand eines Versuchsprotokolls fest, welcher Fehler dir unterlaufen ist und wie du ihn zukünftig vermeiden kannst.

Deshalb sind Protokolle wichtig:

  • Abwesende Personen können im Nachhinein die Ergebnisse bzw. den Verlauf einer Unterrichtsstunde bzw. eines Meetings nachvollziehen.
  • Diskussionen können später fortgesetzt werden.
  • Protokolle dienen als schriftliches Beweismittel.
  • Experimente können mithilfe von Versuchsprotokollen dokumentiert werden.

Welche Protokolle schreibst du in der Schule?

In der Schule wirst du vor allem mit vier Arten von Protokollen konfrontiert: 

  1. Das Verlaufsprotokoll
  2. Das Ergebnisprotokoll
  3. Das Versuchsprotokoll
  4. Das Unterrichtsprotokoll oder Stundenprotokol

Weiter unten erfährst du, was du dir unter den vier Varianten vorstellen kannst und wann bzw. wie man sie schreibt.

Worauf solltest du beim Protokollieren achten?

Wenn du ein Protokoll schreibst, solltest du vor allem beachten, dass du prägnante, objektive und verständliche Formulierungen wählst. Außerdem solltest du genau wiedergeben, was in der jeweiligen Stunde besprochen wurde. Dabei kannst du dich an den folgenden Dingen orientieren:

  1. Beschreibe die Abläufe und Ergebnisse möglichst neutral.
  2. Versetze dich in die Perspektive eines Lesers bzw. einer Leserin, die während der Unterrichtsstunde oder der Absprache nicht anwesend war. 
  3. Verzichte auf sprachliche Ausschmückungen und eine blumige Erzählweise.
  4. Persönliche Empfindungen oder Meinungen solltest du in deinem Protokoll nicht angeben, außer du hast sie während der Unterrichtsstunde geäußert.
  5. Gehe bei deinen Beschreibungen möglichst chronologisch vor oder orientiere dich an einer klaren, inhaltlichen Struktur.
  6. Halte deine Sätze kurz und verständlich, damit sich dem Leser bzw. der Leserin gleich erschließt, worum es dabei geht.
  7. Verzichte auf umgangssprachliche Formulierungen.

Wie machst du dir Notizen für ein Protokoll? 

Natürlich kannst du nicht jeden Satz Wort für Wort mitschreiben, der während der Unterrichtsstunde gesagt wurde. Das ist auch gar nicht nötig, denn letztlich soll dein Protokoll nur einen kurzen Überblick über das Besprochene darstellen. Diese Tipps können dir helfen, damit du später aus deinen Notizen schlau wirst und die Stunde gut zusammenfassen kannst:

  1. Mache dir bereits während der Unterrichtsstunde detaillierte Notizen, damit du später genau weißt, was besprochen wurde.
  2. Lass auf deinen Notizzetteln rechts einen Rand für nachträgliche Stichpunkte.
  3. Verfolge das Unterrichtsgespräch konzentriert und lass dich möglichst nicht von deiner Sitznachbarin bzw. deinem Sitznachbarn ablenken. Tipp: Kommuniziere vorweg, dass du in dieser Stunde Protokoll führen wirst und dich daher besonders konzentrieren musst.
  4. Frage nach, wenn du etwas nicht verstanden hast und notiere dir gleich die Antwort dazu.
  5. Schreibe dir wichtige Zitate deiner Mitschülerinnen und Mitschüler bzw. der Lehrkraft direkt auf. So kannst du sie später in deinem Protokoll Wort für Wort wiedergeben.
  6. Benutze Stichworte oder Abkürzungen, um schneller und effizienter mitzuschreiben. Natürlich solltest du sie später auch noch entziffern können, daher sollten sie für dich verständlich sein. 
  7. Wenn ein neues Thema beginnt oder die Lehrkraft eine neue Frage stellt, solltest du einen neuen Absatz einfügen und diesem eine eigene Überschrift geben. So verlierst du nicht den Überblick.
  8. Markiere dir wichtige Stichpunkte mit Ausrufezeichen oder Unklarheiten mit Fragezeichen.
  9. Unterstreiche Worte oder Sätze farblich. Verwende eine Farbe für einen Themenbereich. So behältst du den Überblick.

In welcher Zeitform schreibst du ein Protokoll?

Protokolle werden immer im Präsens, also in der einfachen Gegenwart, geschrieben. Wenn du jedoch indirekte Zitate einbringst, die wiedergeben, was eine Mitschülerin oder ein Mitschüler in der Unterrichtsstunde gesagt hat, schreibst du diese im Konjunktiv

Beispiel: Anna sagt, dass das Buch ‚Die Räuber‘ von Friedrich Schiller eines ihrer Lieblingsbücher sei, da sie den Konkurrenzkampf zwischen den beiden Brüdern spannend fände.

Das Verlaufsprotokoll

Ein Verlaufsprotokoll beschreibt, wie der Name schon sagt, wie genau ein Gespräch bzw. eine Diskussion stattgefunden hat. Es erläutert Schritt für Schritt, was besprochen wurde und wie das Ergebnis der Absprache zustande gekommen ist. In der Schule schreibst du so ein Protokoll meist, um den Verlauf eines Unterrichtsgesprächs festzuhalten. 

So sieht der Aufbau eines Verlaufsprotokolls aus:

Kopf des Verlaufsprotokolls

Im Kopf des Protokolls befinden sich folgende Eckdaten:

  • Datum der Unterrichtsstunde 
  • Zeit (Beginn und Ende der Unterrichtsstunde)
  • Teilnehmende und Abwesende
  • Fach
  • Klasse
  • Name der Lehrkraft
  • Name des / der Protokollierenden

Hauptteil des Verlaufsprotokolls

Im Hauptteil steht zuerst die Gliederung der Unterrichtsstunde bzw. der Diskussion. So sieht jeder direkt, was ihn bzw. sie beim Lesen des Protokolls erwartet. 

Dabei kannst du entweder chronologisch vorgehen, dich an inhaltlichen Aspekten orientieren oder an den Fragestellungen der Lehrkraft.

An deiner Gliederung orientierst du dich auch bei der prägnanten und sachlichen Schilderung des Unterrichtsgesprächs bzw. der Diskussion. Die macht den größten Teil des Hauptteils aus. 

Dabei beschreibst du bestimmte Gedankengänge bzw. Argumentationen, die im Plenum diskutiert wurden. 

Am Ende fasst du die Ergebnisse der Unterrichtsstunde zusammen. Dabei beachtest du stets den Prozess, der dazu geführt hat.

Der Hauptteil kann außerdem Handouts aus der Unterrichtsstunde, Arbeitsblätter, Fotos von Tafelbildern und andere Anhänge umfassen.

Schluss des Verlaufsprotokolls

Der Schluss des Verlaufsprotokolls ist ganz kurz. Folgende Dinge finden darin ihren Platz:

  • Ort und Datum, an dem das Protokoll verfasst wurde
  • Unterschrift des / der Protokollierenden

Hier findest du eine Vorlage zum Verlaufsprotokoll als Download:

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Das Ergebnisprotokoll

Im Gegensatz zum Verlaufsprotokoll dient das Ergebnisprotokoll dazu, den Ablauf des Unterrichtsgesprächs nur sehr kurz und das Ergebnis der Diskussion besonders ausführlich zu beschreiben. In der Schule schreibst du so ein Protokoll, um festzuhalten, was am Ende einer Unterrichtsstunde besprochen wurde. Vor allem wenn es um organisatorische Themen geht, z. B. wer was beim nächsten Schulfest organisiert, ist es gut, die Aufgabenverteilung protokollarisch festzuhalten. So sieht der Aufbau eines Ergebnisprotokolls aus:

Kopf des Ergebnisprotokolls

  • Datum/Zeit
  • Klasse
  • Fach
  • Name der Lehrkraft
  • Name des / der Protokollierenden
  • Thema der Unterrichtsstunde

Hauptteil des Ergebnisprotokolls

Der Hauptteil des Ergebnisprotokolls befasst sich vor allem mit dem Endprodukt des Unterrichtsgesprächs, also den Entscheidungen, Beschlüssen oder einem Diskussionsfazit. Daher beschreibst du im Hauptteil nur sehr kurz, wie die Unterrichtsstunde abgelaufen ist und konzentrierst dich darauf, das Ergebnis zu beschreiben. Dabei helfen dir die folgenden Fragen:

  1. Was war das Ziel des Unterrichtsgesprächs?
  2. Zu welchem Ergebnis sind wir während der Diskussion gekommen?
  3. Handelt es sich dabei um ein endgültiges Ergebnis oder wird in einer anderen Stunde noch weiter darüber diskutiert?
  4. Gab es während des Unterrichts Fragen und wenn ja, zu welchen Antworten ist das Plenum gekommen?

Schluss des Ergebnisprotokolls 

Der Schluss des Ergebnisprotokolls ist ebenfalls sehr kurz. Darin befindet sich:

  • den Ort und das Datum des Verfassens
  • Unterschrift des/der Protokollierenden

Hier findest du eine Vorlage zum Ergebnisprotokoll als Download:

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Das Versuchsprotokoll

Ein Versuchsprotokoll wirst du vor allem in naturwissenschaftlichen Schulfächern schreiben, z. B. in Biologie, Physik oder Chemie. Es dient dazu, bestimmte Vorgänge, Prozesse oder Reaktionen deutlich zu machen. Um später nachvollziehen zu können, welche Messwerte warum zustande gekommen sind, ist es wichtig, dass du den Versuch genau beobachtest und detailliert protokollierst. 

VideoPreview_protkollieren
©sofatutor.com

So solltest du ein Versuchsprotokoll aufbauen:

Kopf des Versuchsprotokolls

  • Datum des Versuchs
  • Titel des Versuchs und Fragestellung
  • Klasse
  • Fach
  • Name des/der Protokollierenden
  • Mitglieder der Versuchsgruppe

Hauptteil des Versuchsprotokolls

Im Hauptteil eines Versuchsprotokolls teilst du zu Beginn mit, was du bei dem Versuch herausfinden willst. Außerdem beschreibst du den Aufbau des Versuchs, die verwendeten Geräte und Substanzen, sowie den genauen Verlauf der Versuchsdurchführung. Anschließen teilst du deine Beobachtungen mit und nennst die Messwerte, die du während Versuchs protokolliert hast. Am Ende wertest du diese Ergebnisse aus und interpretierst sie hinsichtlich deiner Fragestellung. 

Zusammengefasst sollte Folgendes im Hauptteil enthalten sein:

  1. Was wollen wir bei dem Versuch herausfinden?
  2. Aufbau des Versuchs
  3. verwendete Geräte und Substanzen
  4. Verlauf der Versuchsdurchführung
  5. Beobachtungen
  6. Messergebnisse
  7. Auswertung und Interpretation der Messwerte

Schluss des Versuchsprotokolls

Im Schlussteil nennst du jene Quellen, die du z. B. bei der Auswertung hinzugezogen hast. Außerdem ist darin enthalten:

  • den Ort und das Datum des Verfassens
  • Unterschrift des/der Protokollierenden

Hier findest du eine Vorlage zum Versuchsprotokoll als Download:

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Vorlage-Versuchsprotokoll.pdf (Dateigröße: 1MB)

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Das Unterrichtsprotokoll oder Stundenprotokoll

Das Unterrichtsprotokoll oder auch Stundenprotokoll ist eine Mischung aus dem Verlaufsprotokoll und dem Ergebnisprotokoll. Du beschreibst einerseits genau, wie die Unterrichtsstunde abgelaufen ist und was wann und in welcher Form besprochen wurde. Anschließend berichtest du zusätzlich von den Ergebnissen der Stunde und hältst diese detailliert in deinem Protokoll fest. So sieht der Aufbau eines Unterrichts- bzw. Stundenprotokolls aus:

Kopf eines Unterrichtsprotokolls/Stundenprotokolls

  • Datum
  • Klasse
  • Fach
  • Name der Lehrkraft
  • Name des/der Protokollierenden
  • Thema der Unterrichtsstunde

Hauptteil eines Unterrichtsprotokolls bzw. Stundenprotokolls

Wie schon angedeutet, besteht der Hauptteil des Unterrichts- bzw. Stundenprotokolls aus der genauen Beschreibung des Stundeninhalts, also des Gesprächsverlaufs und der Diskussionsergebnisse. Dabei solltest du chronologisch vorgehen oder dich an den behandelten Oberthemen und Fragestellungen orientieren. Die folgenden Dinge beschreibst du im im Hauptteil:

  • den Unterrichtsaufbau
  • die Fragestellungen der Lehrkraft
  • den genauen Gesprächsverlauf
  • die Ergebnisse der Diskussion

Schlussteil eines Unterrichtsprotokolls bzw. Stundenprotokolls

Auch hier ist der Schlussteil sehr kurz und besteht aus:

  • dem Ort und dem Datum des Verfassens
  • der Unterschrift des/der Protokollierenden

Hier findest du eine Vorlage zum Versuchsprotokoll als Download:

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Vorlage-Unterrichtsprotokoll.pdf (Dateigröße: 1MB)

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Zusammenfassung: Die vier Protokollarten

Mithilfe der folgenden Grafik kannst du dir noch einmal ein Bild davon verschaffen, was die vier verschiedenen Protokollarten ausmacht und wann du welches Protokoll schreiben musst:

Infografik Protokollarten
©sofatutor.com

Hier kannst du dir die Infografik zu den Protokollarten herunterladen:

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Infografik-Protokollarten.pdf (Dateigröße: 1MB)

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Titelbild: ©Rawpixel.com/shutterstock.com

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