Berufe: Wie wird man … Fotograf?

Tina Müller hat sich einen Lebenstraum erfüllt und vor drei Jahren eine Ausbildung zur Fotografin begonnen. Nun ist sie selbstständige People- und Eventfotografin. Ganz begeistert sprach sie mit uns über ihren Beruf.

Frau Müller, Sie haben viele Jahre in der Medienbranche gearbeitet und sich dann entschieden, eine Ausbildung zur Fotografin zu machen. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt?

Tina Müller: „Ich habe 20 Jahre Fernsehformate ins Ausland verkauft. Das ist kein besonders kreativer Beruf. Und mir hat die Kreativität gefehlt. Da ich immer schon gerne fotografiert habe und mehr darüber wissen wollte, habe ich vor drei Jahren neben meinem Beruf eine Ausbildung als Fotografin an einer Fernuni begonnen. Damals hatte ich gar nicht im Hinterkopf, mich damit selbstständig zu machen. Mir machte das Fotografieren schließlich aber so viel Spaß, dass ich es zu meinem Beruf machte.“

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Neben einer Ausbildung an einer Fernuni gibt es weitere Möglichkeiten, Fotograf oder Fotografin zu werden. Welche sind das?

Tina Müller: „Es gibt die Möglichkeit einer dreijährigen Ausbildung an einer Privatschule. Hier in Berlin gibt es viele Schulen. Empfehlen kann ich die Lette-Schule. Das ist eine sehr gute und recht günstige Privatschule. Außerdem ist es möglich, Fotografie an einer Kunsthochschule zu studieren. Oder man macht seine Ausbildung direkt in einem Fotostudio. Es gibt sehr viele Wege in den Beruf.“

Wie kann man sich eine solche Ausbildung vorstellen? Mehr Theorie oder Praxis?

Wie wird man Fotograf?

© Tina Müller

Tina Müller: „Die Ausbildung ist sehr praxisbezogen. Während meiner Ausbildungszeit bekam ich bestimmte Ausgabenstellungen, z. B. Porträtfotografie, und durfte dazu eine Semesterarbeit anfertigen. Das ist toll! Ich habe für diese Arbeiten meine Freunde vor die Kamera gezwungen und sehr viel ausprobiert. Natürlich muss man sich auch technisches Wissen über die Fotografie aneignen: Was ist eine Blende? Und was eine Verschlusszeit?“

Und welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte man für den Beruf mitbringen?

Tina Müller: „Der Umgang mit Menschen ist in diesem Beruf sehr wichtig. Ein Fotoshooting ist ein intimer Moment. Man sollte auf Menschen zugehen, ihnen die Angst vor der Kamera nehmen und Vertrauen aufbauen können. Außerdem sollte man ein Auge für gute Fotos und Bilder haben.“

Wenn man später Fotograf oder Fotografin werden möchte, welche Schulfächer sollte man gut beherrschen?

Tina Müller: „Fotografie hat ein bisschen etwas mit Mathe und Physik zu tun, wenn man an so etwas wie die Blende, die Brennweite und die Verschlusszeit denkt. Ich war zwar nicht besonders gut in Mathe und Physik, aber in der Ausbildung sollte man sich an diese Themen herantrauen. Wenn einem die Fotografie aber wirklich interessiert, dann lernt man das auch.“

Was lieben Sie am meisten an Ihrem Beruf?

Tina Müller: „Die Interaktion mit Menschen macht mir sehr viel Freude. Aber ich fotografiere auch sehr gerne in der Natur. Und wenn ich durch die Landschaft ziehe und etwas Tolles sehen, das ich fotografieren kann, geht mir das Herz auf. Solche Momente hatte ich bis jetzt in keinem anderen Beruf.“

Gibt es auch Dinge, die Sie an Ihrem Beruf stören?

Tina Müller: „Ja, gerade hier in Berlin gibt es sehr viele Fotografen. Das heißt, dass ich mich immer wieder auf die Suche nach Kunden machen und sie gewinnen muss: Ich rufe Menschen direkt an oder schicke ihnen Flyer. Das ist sehr mühselig und nicht einfach. Manchen macht so etwas Spaß, aber ich bin kein großer Fan davon.“

Was würden Sie Schülerinnen und Schülern raten, die mit dem Gedanken spielen, Fotograf oder Fotografin zu werden?

Tina Müller: „Auf jeden Fall sollten sie ein Praktikum bei einem Fotografen machen. So bekommen sie einen Einblicke in den beruflichen Alltag. Außerdem sollten sie sich viele Fotos anschauen, diese beurteilen, und versuchen herauszufinden, warum das ein besonderes Foto ist. So bekommt man einen Blick für gute Fotografien. Und ganz wichtig ist natürlich, sich mit der Kamera auszuprobieren: Einfach Freunde vor die Linsen schleppen und experimentieren.“


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Titelbild: © tomertu/shutterstock.com

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