Minimalismus im Alltag – wie du mit weniger mehr hast

Statt dich dem Shopping-Wahn hinzugeben, kannst du es mit der umgekehrten Variante versuchen: Machen dich weniger Dinge glücklicher? Probiere unsere Tipps aus.

Minimalismus ist Trend

Egal, ob Marie Kondo auf Netflix oder #minimalism auf Instagram: Gerade scheint die halbe Welt entrümpeln zu wollen. Wir klären, worauf es dabei ankommt.

Mehr Klamotten als Platz

Dass du mehr Kleidung als nötig besitzt, lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen: Deutsche besitzen im Durchschnitt 12,8 Paar Schuhe. Davon ziehen sie jedoch weniger als die Hälfte einmal im Monat an. Der Rest steht ungetragen im Kleiderschrank und wartet auf den Tag, an dem er hoffentlich getragen oder gleich entsorgt wird. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch teuer und nicht umweltfreundlich.

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Neben den unmenschlichen Bedingungen, unter denen die meisten Kleidungsstücke hergestellt werden, sind viele Rohstoffe chemisch bearbeitet und werden von überall auf der Welt in das Einkaufszentrum in deiner Nähe transportiert.

Ist es das also wert, damit du ein Dutzend Pullover in verschiedenen Ausführungen zu Hause hast?

Konsum, soweit das Auge reicht

Neben deiner Kleidung gibt es noch viele andere Konsumgüter, die sich in deinem Alltag türmen, ohne dass du sie wirklich brauchst: Technik, wie alte Handys oder Spielekonsolen, altes Spielzeug, unbenutzte Schminke oder Cremes, ungetragener Schmuck, leere Stifte, nicht gelesene Bücher oder Zeitschriften, einige Erinnerungsstücke, die du aus Gewohnheit nicht wegschmeißt. Häufig gibt es einen großen Haufen undefinierbarer Dinge, die sich in Schubladen und Kisten verstecken. Bei den meisten Sachen, von denen du denkst, „Das könnte ich irgendwann noch gebrauchen!“, tritt dieser Fall niemals ein.

Minimalismus für Einsteiger

Es fällt uns oft schwer, uns von Dingen zu trennen. Um dich besser zu fühlen, solltest du dich zuerst von der Angst lösen, dass du sofort deinen gesamten Besitz loswerden, verschenken oder verkaufen musst. Minimalismus ist keine Radikalkur, sondern ein schrittweiser Prozess. Du beginnst, indem du dein Konsumverhalten reflektierst und nach und nach kleine Änderungen vornimmst. Am Anfang steht häufig das Ausmisten des Kleiderschranks. Denn dabei führst du dir ganz genau vor Augen, wie viele Kleidungsstücke du eigentlich besitzt. Und welche von diesen Stücken du wirklich magst bzw. welche du eigentlich schon längst weggeben wolltest.

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So kannst du den ersten Schritt in Richtung Ausmisten gehen:

  1. Hole alle Kleidungsstücke aus dem Schrank und den Schubladen. Türme sie auf dem Bett auf.
  2. Führe dir vor Augen, wie viele Sachen du überhaupt besitzt.
  3. Wische deinen Schrank und die Schubladen aus. So ist alles bereit für die schöne neue Ordnung.
  4. Nimm jedes Kleidungsstück – Schuh, Gürtel oder Kleid – einzeln in die Hand und überlege dir, ob du es wirklich trägst. Wenn du merkst, dass es dir nicht (mehr) gefällt, packst du es in einen Beutel. Diese Sachen kannst du anschließend verschenken, spenden oder verkaufen.
  5. Bist du dir bei einigen Sachen unsicher, packe sie in eine extra Kiste. Stelle dir in zwölf Monaten einen Alarm im Handy. Wenn du die Sachen aus der Kiste bis dahin nicht getragen hast, kommen sie weg. Die Kiste verstaust du am besten im Keller oder unter dem Bett.
  6. Hänge alle Kleider, Jacken, Hemden oder Blusen auf Bügel in den Schrank. Sortiere deine Kleidung nach Hosen, Pullis oder Unterwäsche und lege sie ordentlich zusammen. Am besten räumst du sie so in den Schrank, dass du immer genau siehst, was du zur Auswahl hast.
  7. Auch deine Schuhe sollten so geordnet sein, dass du sie immer gut im Blick hast.
  8. Wenn du dir neue Klamotten kaufen willst, schaue zunächst in deinen Schrank, ob du nicht eine Alternative hast, die du bisher nicht beachtet hast.
  9. Solltest du wirklich etwas Neues brauchen, kaufe im Secondhandladen oder Fairtrade-Kleidung. So schonst du die Umwelt und unterstützt keine Billiglohnläden.

Nach der Kleidung gehst du deine weiteren Gegenstände durch. Am besten gehst du in Kategorien vor: Du sortierst nach dem gleichen Muster Technik, Sportsachen, Schreibutensilien, Erinnerungsstücke und was du sonst noch hast aus. Du solltest schrittweise vorgehen. Ehe du nicht einen Berg aussortierst und weggegeben hast, brauchst du nicht mit dem nächsten beginnen. Der Prozess soll für dich eine Erleichterung darstellen.

Tipp: Kisten können helfen, um auch Kleinteile ordentlich zu verstauen. Sie sollten jedoch nicht als Mini-Müllablage dienen.

Minimalismus für Fortgeschrittene

Nachdem du den ersten wichtigen Schritt gegangen bist, solltest du überlegen, welche Dinge für dich wichtig sind: Wenn du leidenschaftlich gerne alte Comic-Hefte sammelst, behältst du diese natürlich. Wenn du einfach gerne liest, kannst du dich bei der Bezirksbibliothek anmelden.

Für deinen alltäglichen Hunger kannst du dir Optionen überlegen, die sich mehrfach verwenden lassen: Nimm den Stoffbeutel statt der Plastiktüte, die Glasflasche statt der Einwegflasche und nutze eine Brotdose statt der Alufolie. Um weiteren Müll zu vermeiden, kannst du deine Notizen auf dem Rechner machen oder ein Notizbuch statt vieler kleiner Zettel verwenden.

Wenn du im Alltag nachhaltig und minimalistisch zugleich leben willst, solltest du beim Fortbewegungsmittel deiner Wahl dein Fahrrad oder deine Beine bevorzugen. Bei weiteren Strecken ist der Zug die umweltfreundlichere Alternative vor dem Flugzeug. Koche lieber selbst, statt Fertigessen mit viel Verpackung zu verspeisen. Auch hier ist Leitungswasser eine sinnvollere, weil nachhaltigere Alternative zu Getränken aus dem Supermarkt. Auch digital kannst du minimalistisch leben: Deinstalliere Apps, die du nicht benötigst, schalte automatische Updates und Benachrichtigungen aus und richte dir Zeiten ein, in denen du einfach nicht am PC oder Handy hängst. Schaue dir ganz genau an, wie viel Zeit du vor Serien, Shows oder Filmen verbringst. Wie viel davon findest du gut und was nervt dich eigentlich? Auch hier kannst du ausmisten oder Alternativen finden.

Minimalismus-Entspannung-Tipps

Ein letzter wichtiger Punkt ist der geistige Einklang. Achte auf die Bedürfnisse deines Körpers:

  1. Probiere Entspannungstechniken aus.
  2. Schlafe ausreichend.
  3. Nimm dir Zeit für dich selbst.
  4. Treibe Sport und bewege dich.
  5. Schalte so oft es geht ab.

Was bringt das alles?

Wenn du dich regelmäßig mit der Frage auseinandersetzt, was du wirklich brauchst, machst du dich frei von Erwartungen. Du bist glücklicher, ruhiger und kannst besser entscheiden, was dich weiterbringt. Dabei ist die Devise „weniger ist mehr“ nur eine grobe Richtlinie. Wie du sie für dich persönlich anwendest, bleibt dir überlassen.

Titelbild: © Undrey/shutterstock.com

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