10 Fehler, die Eltern beim Auswendiglernen machen

Jeder Mensch kann auswendig lernen – vorausgesetzt, man macht es richtig. Eltern, die ihren Kindern dabei helfen wollen, sollten den Charakter ihres Kindes berücksichtigen und den Spaß nicht vergessen. Wir haben zehn Fehler aufgelistet, die Eltern häufig begehen.

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1. Fehler: Die Geschichte dahinter vergessen

Lernstoff, mit dem man nichts verbindet – keine Gefühle, keine Bilder – bleibt nicht im Kopf. Deswegen bringt stumpfes Auswendiglernen gar nichts. Und das Tolle ist: Egal, was zu lernen ist, es steckt immer eine Geschichte dahinter. Bei einem Gedicht ist diese einfacher zu finden als bei Matheformeln. Kinder haben oft noch so viel Fantasie, dass sie in jeder Zahl oder Buchstabenabfolge ein Pferd oder einen kleinen Jungen auf Abenteuern sehen. Versuchen Sie, diese Geschichten zu befeuern oder dazu zu animieren. Dabei lenken Sie die Figuren und Geschichten so, dass Eselsbrücken entstehen. Diese müssen nur die richtigen Schlagworte enthalten und sind damit spielend einfach zu merken.

2. Fehler: Es nicht bunt zugehen lassen

Ein blütenweißes Blatt mag Struktur und Ordnung widerspiegeln. Aber vor allem visuelle Schülerinnen und Schüler lieben es, mit Farben und Formen zu arbeiten. Warum also nicht unterschiedliche Textmarker, Fineliner, Post-its und bunte Karteikarten zur Verfügung stellen? Auch wenn die Lernsachen hinterher einem Regenbogen ähneln – solange es den Kids hilft und sie mit Spaß dabei sind, ist alles gut.

Achtung: Es bringt nichts, wenn die Schulhefte und Karteikarten einfach nur bunt sind. Farben und Formen sollten vorher festgelegt werden. Beispiel: Das Fach Englisch fühlt sich für Ihr Kind gelb an, weshalb die Karteikarten auch gelb sind. Die Vokabeln können dann unterschiedlich markiert sein: Substantive lila, Verben grün und Adjektive blau. Für Deutsch können wiederum andere Farben verwendet werden usw.

3. Fehler: Die Anforderungen zu hoch ansetzen lassen

Motivation und Ehrgeiz sind super, zu hoch gesteckte Ziele jedoch ein Garant für Frustration. Realistische Ziele sind beim Auswendiglernen daher sehr wichtig: Sie sorgen für Erfolgserlebnisse und motivieren so am nächsten Tag weiterzumachen.
Sollten Sie bemerken, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich für einen Tag zu viel vorgenommen hat, versuchen Sie, behutsam einzugreifen.

Achtung: Vermitteln Sie Ihrem Spross, dass es nicht an ihm liegt, sondern dass es einfach zu viel ist und es keinen Sinn ergibt, alle Matheformeln auf einmal zu lernen.

4. Fehler: Vergessen, dass nur Wiederholung gegen das Vergessen hilft

Auswendiglernen ist langwierig und erfordert vor allem eins: regelmäßiges Wiederholen. Das sollte nie vergessen werden. Daher ist es gut, mit Karteikarten zu lernen und einen Karteikasten zu benutzen. Dabei werden die Karten nach hinten geordnet, deren Inhalt bereits beherrscht wird. Die Karten weiter vorne werden so automatisch häufiger wiederholt.

Achtung: Der Grat zwischen Vergessen, Wiederholen und Langweilen kann schmal sein. Achten Sie darauf, dass die bereits gelernten, und daher weiter hinten eingeordneten Karteikarten dennoch ab und an durchgegangen werden. Sie geraten sonst in Vergessenheit. Wenn die Inhalte jedoch tadellos sitzen, sollten Sie Ihr Kind entscheiden lassen, ob es das Gelernte trotzdem noch fünfmal am Tag wiederholt – nicht, dass es irgendwann genervt und gelangweilt ist.

5. Fehler: Das Kind nicht lernen lassen, wo es will

Es ist nicht gesagt, dass es sich am Schreibtisch am besten lernen lässt. Vor allem beim Auswendiglernen muss man manchmal seinen Blickwinkel ändern. Daher kann es hilfreich sein, mal in der Küche, mal am Esstisch oder sogar im Garten zu lernen. Nur weil Ihr Kind nicht starr am Schreibtisch sitzt, heißt das nicht, dass es nicht konzentriert ist.

Achtung: Wenn Sie merken, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit stetigen Ortswechseln Zeit schinden will, sollten Sie das „Wandern“ etwas eindämmen. Vielleicht bedeutet dies, dass Ihr Kind für heute genug hat und sich nicht mehr konzentrieren kann.

6. Fehler: Ablenkungen nicht zulassen

Die Aufmerksamkeitsspanne ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche brauchen alle zehn Minuten eine kleine Ablenkung, andere können sich eine Stunde problemlos konzentrieren. Wissen Sie, welcher Typ Ihr Kind ist? Prima, dann versuchen Sie, nicht dagegen zu arbeiten. Lassen Sie Ihrem Kind ruhig den verträumten Blick aus dem Fenster, wenn es sich danach wieder den Aufgaben widmet.

Achtung: Ein bisschen Ablenkung zwischendurch kann frischen Wind durch den Kopf pusten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Tablet, das Handy oder sämtliche Spielsachen in unmittelbarer Nähe sein sollten. Diese sorgen nämlich nicht nur für eine kurze Ablenkung, sondern für totale Zerstreuung. Das Lernen gerät damit zu stark in den Hintergrund. Versuchen Sie daher, die Beschäftigung mit Spielsachen bzw. mit elektronischen Geräten aber auch das Lernen selbst zeitlich zu begrenzen. So weiß Ihr Kind, dass beides seine Zeit am Tag einnehmen kann und muss.

7. Fehler: Dem Kind zuvorkommen

Ungeduld beim Lernen kann Gift sein. Wenn Sie Ihr Kind abfragen und dabei die ganze Zeit mit den Hufen scharren, setzen Sie Ihren Spross unnötig unter Druck. Bleiben Sie gelassen – nur weil Ihr Sohn oder Ihre Tochter die Antwort nicht innerhalb von Sekunden aufsagen kann, bedeutet das nicht, dass er oder sie die Antwort nicht kennt. Manche müssen etwas länger im Kopf suchen, vor allem, wenn sie sich extra kreative Eselsbrücken gebaut haben.

Achtung: Wenn Ihnen von Ihrem Kind signalisiert wird, dass er oder sie die Antwort nicht weiß, sollte der oder die Abgefragte nicht unnötig gequält werden. Manchmal hilft es, noch eine Runde zu lernen, statt stundenlang erfolglos abgefragt zu werden.

8. Fehler: Die Ausgangssituation ignorieren

Müde Augen, ein Kopf voller wirrer Gedanken und ein leerer Magen lernen nicht gerne. Achten Sie also auf gute Nervennahrung und genügend Schlaf. Sollten Sie bemerken, dass Ihrem Kind etwas anderes auf der Seele brennt, reden Sie zunächst darüber. Wenn alles aus der Welt geschafft ist, kann es losgehen.

Achtung: „Satt“ bedeutet nicht, dass fettige Pommes und zuckerhaltige Getränke auf dem Speiseplan stehen sollten. Auch wenn gelernt werden muss und Sie Ihrem Kind deshalb etwas gönnen wollen, ist eine gesunde, energiereiche Nahrung zu empfehlen. Alles andere macht nur müde und hibbelig.

9. Fehler: Angst vor Fehlern haben

Fehler sind super! Aus ihnen lernt man und beginnt zu verstehen, welches Problem man mit dem Lerngegenstand hat. Deswegen ist die Angst vor Fehlern Gift fürs Lernen. Wenn Ihr Kind beim Abfragen immer dieselben Fehler macht, sollten Sie diese nutzen: Schreiben Sie eine Liste. Lassen Sie Ihr Kind anschließend um die Vokabeln, die nicht in den Kopf wollen, eine Geschichte schreiben oder sich zu den Formeln ein Symbol überlegen. Somit werden die Fehler visualisiert und thematisiert. Auch besonders kreative Eselsbrücken eignen sich, um die Fehler auszumerzen.

Achtung: Wenn die Liste ellenlang zu werden droht, müssen es alle Beteiligten einsehen: Lieber noch eine Runde lernen, statt sich mit den vielen Fehlern zu beschäftigen.

10. Fehler: Vergessen, dass viele Wege nach Rom führen

Manche brauchen absolute Ruhe, andere lernen am besten mit klassischer Musik. Wiederum der oder die Nächste isst während des Lernens am liebsten Möhren. Das alles kann super beim Lernen helfen. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind etwas unkonventionelle Angewohnheiten beim Lernen hat: Lassen Sie ihn oder sie. Die Hauptsache ist, Ihr Kind fühlt sich wohl und kommt voran.

Achtung: Zu telefonieren oder nebenbei die Lieblingsserie laufen zu lassen, ist keine gute Angewohnheit fürs Lernen.

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Titelbild: © NadyaEugene/shutterstock.com

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