Tipps für die Schulleitung: so gelingt der Wandel

Gerade Schulen müssen sich regelmäßig mit veränderten Anforderungen auseinandersetzen. Um den Change-Prozess gewinnbringend zu gestalten, sollte das Kollegium von Anfang an involviert sein.

Herausforderung und Chance zugleich

Bei der Schulentwicklung treffen Herausforderungen und Chancen aufeinander: Damit sich das Kollegium auf Neuerungen einlässt, ist eine offene und transparente Kommunikation von Nöten. Das kann sowohl interne als auch externe Anpassungen betreffen – je nachdem, ob im Kollegium neue Konzepte umgesetzt werden sollen oder Verwaltungsanweisungen eintreffen.

Als konkretes Beispiel wird es im Zuge des Digitalpakts an vielen deutschen Schulen dazu kommen, sich erneut mit den eigenen didaktisch-pädagogischen Konzepten auseinanderzusetzen.

Die Komfortzone

Meistens treten Vorbehalte im Veränderungsprozess auf, wenn die eigene Komfortzone bedroht ist. Gerade im Schulbetrieb gibt es so viele Anpassungen, dass es schwer ist, ihnen zu folgen: Ob inklusive Modelle, jahrgangsübergreifende Klassen, 60-Minuten-Stundenmodelle oder Konzepte zur individuellen Förderung – Die Schule ist als Motor der Gesellschaft immer in Bewegung.

Vorbehalte sind nicht in Stein gemeißelt

Schulleitungen sollten Reaktionen aller Art ernst nehmen: Das Spektrum reicht bei Change-Prozessen von Akzeptanz über einzelne Vorbehalte bis hin zur gefühlten Bedrohung der Existenz. Und alle Gefühle haben ihre Berechtigung.

Häufig fühlen sich die Kolleginnen und Kollegen vor allen Dingen dann unwohl, wenn sie nicht ausreichend informiert sind oder nicht bei der Umsetzung in den Arbeitsalltag unterstützt werden.

Mögliche Vorbehalte, die ein Hinweis auf mangelnde Informationen bzw. Unterstützung sind:

„Ich verstehe nicht, warum wir das tun müssen.“

„Sie haben sich doch eh bereits entschieden.“

„Meine Meinung ist hier nicht gefragt.“

„Das ist nur eine weitere Sache, die ich übernehmen muss.“

„Wie wichtig ist es für das, was wir eh schon tun?“

„Das haben wir schon ausprobiert. Damals hat es nicht funktioniert!“

So gelingt der Wandel im Kollegium – mit dem Kollegium

Um einen guten Austausch zu fördern, sollten Schulleitungen diese fünf Schritte in der Vorbereitung und der Implementierung von neuen Prozessen beachten.

  1. Beziehen Sie alle Akteurinnen und Akteure mit ein. Wer ist von der Änderung betroffen? Holen Sie frühzeitig die betroffenen Personen an Bord. Überlegen Sie auch, wer außerhalb des Schulbetriebs wichtig wäre. Gemeinsame Treffen zum Projektstart helfen, um sich gegenseitig kennenzulernen.

    • Eltern
    • Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter
    • Vertreterinnen und Vertreter des Schulamts
    • Vertreterinnen und Vertreter des Landesmediendienste
    • Sozialdienst
    • externe Moderatorinnen bzw. Moderatoren
    • Sonstige Personen

  2. Verteilen Sie Informationen gleichmäßig. Zu Beginn des Change-Prozesses sollte eine gemeinsame Informationsgrundlage vorherrschen. Dies kann durch eine gemeinsame Auftaktveranstaltung erreicht werden, bei der der Rahmen und die vorgegebenen Fragestellungen bekannt gegeben werden. Im Verlauf sollten regelmäßig Updates angeboten werden. Um ortsunabhängiges oder zeitversetztes Arbeiten zu ermöglichen, können digitale Tools einbezogen werden.
  3. Vereinbaren Sie ein klar definiertes Ziel. Lehrkräfte arbeiten häufig sehr ergebnisorientiert. Um eine offene Haltung beizubehalten, sollten Sie die Erfolgsfaktoren von Anfang an klar definieren. Fragen Sie sich im Zweifel, was die fehlenden Elemente in dieser Aussage sind: „Wenn wir […] erfolgreich umsetzen, werden wir es anhand […] erkennen“.
  4. Bieten Sie einen Rahmen und Unterstützung an. Legen Sie fest, wie der Zeitrahmen für das Projekt aussieht, welche Rollen und Zuständigkeiten nötig sein werden und welche Materialien zur Bearbeitung zur Verfügung stehen. Organisieren Sie nach Möglichkeit das Arbeiten in kleinen Teams, um so viele Menschen wie möglich aktiv einzubeziehen. Bieten Sie übergeordnete Ansprechpartnerinnen und -partner an, die bei spezifischen Fragen weiterhelfen. Diese sollen nicht die einzelne Projektschritte kontrollieren, sondern unterstützen, falls Unsicherheiten auftreten.
  5. Schärfen Sie den Fokus regelmäßig. In Gruppenarbeiten oder während größerer Diskussionsrunden kann der Fokus verloren gehen. Dann wenden sich einzelne Personen mit ihren ganz konkreten Vorstellungen und Wünschen an die Gruppe. Das kann zur Verwirrung führen und den Prozess unnötig verlangsamen.

Etablieren Sie eine Instanz, die den Fokus wieder auf das zuvor festgelegte übergeordnete Ziel lenkt. Das kann die Schulleitung sein oder eine neutrale Institution, z. B. eine externe Moderation. Individuelle Lösungen sollten in der zweiten Praxisphase umgesetzt werden und sind während der Planung nicht notwendig.

Haben Sie weitere Tipps, wie Sie die Entwicklung an Ihrer Schule produktiv gestalten? Schreiben Sie uns gern einen Kommentar unter diesem Beitrag.

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