Wer bin ich wirklich und wie möchte ich sein?

Du fragst dich manchmal, wer du eigentlich bist? Kein Wunder! Was Selbstfindung angeht, sind die Teenagerjahre eine echte Herausforderung. Es gibt zu viele Optionen. Wie findest du also heraus, ob du du selbst bist?

Wir Menschen sind Herdentiere, heißt es. Um uns zu orientieren, suchen wir Ähnlichkeit in anderen. Sie sind dabei wie ein Spiegel: Wir möchten uns mit Freunden umgeben, die unser Innerstes durch ihren Stil, Musikgeschmack und Weltanschauung nach außen tragen. Eine Gruppe, der wir uns zugehörig fühlen.

Doch was, wenn man noch nicht weiß, wer man ist?

Sich selbst kennen und lieben zu lernen, gehört zu den großen Aufgaben des Lebens. In der Pubertät ist das eine besondere Herausforderung. Alles verändert sich: Du bist mit der Schule beschäftigt, versuchst, mit dir selbst zurechtzukommen, und dann gibt es da noch das Internet. Auf YouTube, Snapchat und Instagram finden sich Vorbilder und Inspirationen. Hier gibt es Millionen von Ideen, wie du sein könntest. Vom Mädchen mit der perfekten Bronzing-Gesichtskontur über den Gaming-Nerd, der Lets-Plays liebt, bis hin zum YouTube-Rapstar. Was andere tun und sind beeinflusst uns. Manchmal kommst du dir wie eine Schauspielerin oder ein Schauspieler vor, der oder die sich morgens eine Persönlichkeit wie Kleidung anzieht.

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In welche Schublade passe ich?

Angekommen in der Schule gibt es weitere Schubladen, in die du reinspringen könntest, z. B. Hip-Hop-Fans, Heavy-Metal-Liebhaber, Pop-Hörer. Jede Gruppe sieht anders aus. Wo sollst du da rein? Und dann die Detail-Fragen: Bist du Punk, wenn du deine Jeans zerschneidest? Bist du Japan-Fan, weil du eine Hello-Kitty-Smartphonehülle besitzt? Nennt man dich einen Hippie, wenn du vegan lebst? Wirst du noch gesehen, wenn du nichts von alledem bist? Und vor allem: Musst du dich für eine Gruppe entscheiden? Die Verwirrung ist perfekt. Keiner Wunder, dass du dich hin- und hergerissen fühlst.

Du bist das, was du bist und was du sein willst

Das Gute: Du bist damit nicht allein. So ziemlich jeder Mensch stellt sich irgendwann in seinem Leben die Frage: Wer bin ich? Antworten gibt es viele – aber keine trifft haargenau auf dich zu. Denn niemand außer dir kann bestimmen, wer du bist. Vielleicht sollte man deswegen eher die Frage infrage stellen. Wer sagt eigentlich, dass du dich entscheiden musst? Wer bestimmt, was authentisch und richtig ist?

Der Wunsch, zu einer Gruppe zu gehören

Hinzu kommt: Der Wunsch nach einer Gruppe, der du zugehören kannst, steht im Widerspruch zu deinem Verlangen nach Individualität. Jeder und jede möchte sich selbst ausdrücken, die Persönlichkeit leben – und das am besten gemeinsam mit anderen.

Du möchtest dich kennenlernen und bekommst zeitgleich zu viele Angebote, manchmal auch Vorschriften, wie du sein sollst. Das scheint erstmal wie ein Dilemma. Aber: Man kommt heraus, mit der Zeit. Denn irgendwann stellst du fest, dass Gruppen ein Sammelsurium von Individuen sind. Und die allermeisten Menschen wollen das Gleiche wie du: Akzeptiert werden für das, was oder wer sie eben sind. Der Ausweg aus dem Identitäts-Chaos ist vor allem Akzeptanz und Erlaubnis.

Sowohl als auch

Das heißt, dass du nicht entweder-oder, sondern sowohl-als-auch sein darfst. Du kannst Heavy-Metal-Fan mit einer Hello-Kitty-Hülle sein und dabei dein Gesicht contouren. Du kannst ein veganer Rapstar sein. Du darfst deine Meinung ändern, bei dir bleiben und von dir weggehen. Du darfst mal bei der Herde und mal ganz allein sein. Und du musst nichts von alledem. Das alles ist erlaubt.

Und irgendwo dazwischen – all das und noch viel mehr – bist du.

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Über die Autorin

Yasmin P.

Yasmin P. ist in Berlin geboren und aufgewachsen, hat Islamwissenschaft studiert, arbeitet als freie Autorin und Journalistin. Neben Sprachen interessiert sie sich vor allem für Kultur, Musik und alles, was den Menschen noch so bewegt. Bild: © Alicia Kassebohm




Titelbild: © oneinchpunch/shutterstock.com

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