Engagement belohnen – der Deutsche Lehrerpreis

Während wir Ihnen in vielen Artikeln besondere Schulen und Lehrer vorstellen, deren Engagement und Ideenreichtum wir erwähnenswert finden – soll jetzt mal eine andere Seite beleuchtet werden. Nämlich die, die solche Lehrer und Projekte auszeichnet: und zwar mit dem „Deutschen Lehrerpreis- Unterricht innovativ”. Der Deutsche Philologenverband und die Vodafone-Stiftung – auf dem Weg zum nachhaltigen Unterricht im Team.

Die zwei Säulen

Bereits seit 2003 werden innovative Unterrichtsprojekte vom Deutschen Philologenverband ausgezeichnet. 2009 schloss sich der Verband dann mit der Vodafone-Stiftung zusammen, die einen weiteren Wettbewerb durchführten: Schüler konnten für den besten Lehrer abstimmen. Diese beiden Komponenten sind heute die zwei Säulen des deutschen Lehrerpreises, der einmal jährlich verliehen wird. Sie werden von den Initiatoren „U- und L-Säule” genannt.

Zur Vodafone-Stiftung

Die Vodafone-Stiftung übernimmt auf der einen Seite den finanziellen Part des Lehrerpreises, einschließlich der Preisgelder, und auf der anderen Seite inhaltliche Aspekte: „Wir verstehen uns nicht nur als Geldgeber, sondern wollen auch Expertise einbringen und unsere Ideen zusammen mit dem Philologenverband umsetzen”, erklärt Danyal Alaybeyoglu, Leiter der Kommunikation der Vodafone-Stiftung. Die Stiftung ist eine gemeinnützige Institution, die Programme mit Bildungsbezug initiiert und fördert. Damit möchte sie Impulse für innovativen Unterricht geben.

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Wofür das Ganze?

Ziel des Deutschen Lehrerpreises ist es, Lehrer in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus” für ihr soziales Engagement auszuzeichnen. Ein weiteres Ziel ist es, den Unterricht an deutschen Schulen nachhaltig zu prägen – fächerübergreifend und im Team, heißt die Devise. In der Kategorie „Unterricht innovativ” sollen Modelle geschaffen werden, die auf den Schulalltag übertragbar sind.

Wenn eine Schule sich also mit ihrem Projekt anmeldet, müssen die beteiligten Personen verschiedene Anforderungen erfüllen. Oft sind mehrere Lehrer aus unterschiedlichen Fächern an dem Projekt beteiligt. Es muss gewährleistet werden, dass auch in der Praxis unter Berücksichtigung des Lehrplans ein solches Projekt umsetzbar ist. Lehrer sollen im Team und fächerübergreifend ein Thema beleuchten und es den Schülern näher bringen können.

Der Preis ist heiß

Für die Gewinner des Lehrerpreises gibt es neben einer Siegertrophäe und einer besonderen Ehrung ein Preisgeld von bis zu 5000 Euro.

Doch das soll nicht der einzige Ansporn sein, teilzunehmen. Viel mehr geht es den Initiatoren um die Nachhaltigkeit der Projekte. Deshalb gibt es auch ein strenges Auswahlverfahren der Projekte.

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Trophäe © Deutscher Lehrerpreis

Zunächst werden alle Einreichungen von drei Gutachterkreisen, zusammengesetzt aus Vertretern verschiedener Schularten und Bundesländern, geprüft. Sie treffen dann eine Vorauswahl, die der Jury vorgelegt wird. Diese wählen im Anschluss in der „L-Säule” 16 Lehrer aus, die ausgezeichnet werden – im Idealfall einen pro Bundesland. In der „U-Säule” gibt es sechs Auszeichnungen. Doch bevor die Jury die nominierten Vorschläge bekommt, gibt es im Schnitt 2800 Einreichungen von Schülern, die ihren Lehrer vorschlagen und rund 600 Einreichungen von innovativen Projekten.

Die Jury

In der Jury sind verschiedene Gruppen vertreten, sodass die Projekte mit professionellem Blick geprüft und bewertet werden können. Unter den Juroren befinden sich:

  • Wissenschaftler
  • Verbandsmitglieder (Philologen und Vodafone-Stiftung)
  • Kultusminister der einzelnen Bundesländer
  • Schülervertreter
  • die ZEIT (Medienpartner des deutsches Lehrerpreises)

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Tagung der Jury © Deutscher Lehrerpreis

Mitmachen lohnt sich

Wenn Sie selbst eine tolle Idee für innovativen Unterricht haben, können Sie sich einfach auf der Homepage des deutschen Lehrerpreises anmelden und Ihren Vorschlag einreichen. Der deutsche Lehrerpreis wird jedes Jahr auf’s neue vergeben. Die Annahme von Einreichungen endet in der Regel im Juni. Im Juli nehmen die Gutachter ihre Arbeit auf, die Jury tagt im Herbst.

Im November ist es dann soweit und die Initiatoren küren die von der Jury vorgeschlagenen Sieger. Die Veranstaltung werden dann in den Anfangsmonaten des kommenderen Jahres auf der Didakta noch einmal nachbereitet. Dort treffen Kultusminister und Preisträger aufeinander und können direkt in Kontakt treten. Die besten Projekte werden noch einmal vorgestellt und die Übertragungsmöglichkeiten in den Schulalltag werden diskutiert. So kann Nachhaltigkeit erreicht werden. Das Ganze wird von Seiten der Politik sehr positiv und wohlwollend angenommen. Denn nur durch die Unterstützung Aller kann es gelingen, den Unterricht an deutschen Schulen schrittweise mit neuen Ideen zu verbessern.

Titelfoto: Preisverleihung 2012 ©Deutscher Lehrerpreis