Deutsche Schule in Teheran: Gemeinsam lernen in Zeiten des Shutdowns

Seit Februar lernen die Schülerinnen und Schüler im Iran nicht mehr an einem Ort. Das Coronavirus hat auch hier das öffentliche Leben größtenteils lahmgelegt. Wie sie dennoch im regen Kontakt miteinander stehen und ihren Lernfortschritt sichern – und welche Rolle sofatutor dabei spielt, berichtet Lehrer und Grundschulleiter Johannes Claassen.

Die Deutsche Botschaftsschule in Teheran ist eine deutsche Schule mit internationalem Zweig, die Kinder von der ersten bis zur 12. Klasse unterrichtet. Johannes Claassen ist hier seit 2016 der Schulleiter der Grundschule. Er wendet in seiner Klasse bereits seit einer Weile sofatutor an. Da das Coronavirus den Iran bereits im Februar in großen Teilen lahmgelegt hat und die Schulen geschlossen wurden, hat er sich bei sofatutor gemeldet, um allen Kindern das Weiterlernen im Fernunterricht zu ermöglichen. Wie er und seine Schülerinnen und Schüler unter diesen besonderen Bedingungen aktuell lernen, hat er uns im Interview zusammengefasst.

Herr Claassen, wie und wann kam es bei Ihnen zur Schließung der Schule?

Johannes Claassen: „Alle Schulen im Iran wurden am 22. Februar wegen des Coronavirus und auf Anordnung des Gesundheitsministeriums geschlossen. Zunächst gilt die Schließung bis Mitte März, aber danach sind wir in den Nowroozferien, sodass wir in den nächsten vier Wochen keinen Präsenzunterricht haben werden. Wie es danach weitergeht, müssen wir dann abwarten.“

Hatten Sie bereits Erfahrung damit, den Präsenzunterricht durch Fernunterricht aufzufangen?

Johannes Claassen: „Unsere Schule muss an vereinzelten Tagen smogbedingt schließen. Das heißt, wir haben bereits seit Jahren Vorgehen entwickelt, die sicherstellen, dass der Unterricht an solchen Tagen nicht ausfällt, sondern zu Hause fortgeführt wird. Deswegen hat uns die Entscheidung des Gesundheitsministerium glücklicherweise nicht unvorbereitet getroffen. Wir konnten nach Bekanntwerden direkt mit dem Fernunterricht anfangen.“

Wie kamen Sie auf die Idee, sich bei sofatutor zu melden, um Zugänge für die Schülerinnen und Schüler anzufragen?

Johannes Claassen: „Ich nutze sofatutor bereits seit mehreren Jahren im Präsenzunterricht, indem ich die Lernvideos zeige und die Online-Übungen am iBoard lösen lasse. Zum Teil habe ich auch die ausgedruckten Arbeitsblätter im Unterricht verwendet. Für den Fernunterricht erschien es mir nur natürlich, auch auf bereits etablierte Online-Lernplattformen wie sofatutor zurückzugreifen.“

Wie läuft ein „typischer Tag“ im Fernunterricht bei Ihnen ab?

Johannes Claassen: „Es gibt nach wie vor so etwas wie Präsenzunterricht. Das heißt, wir beginnen gemeinsam zu einer bestimmten Uhrzeit. Alle Kinder müssen online sein und ein Foto von sich in unsere WhatsApp-Klassengruppe schicken. Dann schicke ich ein Begrüßungsvideo von mir mit dem Einstieg in die Stunde und dem ersten Arbeitsauftrag für den Tag. Diese Aufgabe lösen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam. Ich gebe z. B. die Aufgabe, „konstruiere eine Zeichnung deines Kinderzimmers“. In einem selbstproduzierten Lernvideo erkläre ich vorab, wie die Schülerinnen und Schüler den Maßstab anwenden, ihr Zimmer ausmessen und Zahlen runden können und wie eine Skizze des Zimmers konstruiert wird. Ihr jeweiliges Ergebnis laden die Kinder in die WhatsApp-Gruppe und ich kommentiere diese Zeichnungen, gebe Hilfestellungen und Hinweise. Fragen, die die ganze Klasse interessieren, dürfen die Schülerinnen und Schüler in den Klassen-Chat schreiben. Einzelfragen können direkt an mich schicken.“

Und im Fall von sofatutor?

Johannes Claassen: „Meine Klasse nutzt die Zugänge ab morgen von zu Hause, da die Schulwoche bei uns von Sonntag bis Donnerstag geht. Das Vorgehen ist aktuell so geplant, dass ich den Schülerinnen und Schülern die Links zu den Videos und Übungen schicke, die sie bearbeiten sollen. Sie machen dann wiederum Screenshots mit ihrem jeweiligen Ergebnis und schicken sie in einer privaten Nachricht an mich.“

Wie sofatutor auch Ihrer Schule helfen kann

Falls Ihre Schule auch von der Schließung betroffen ist, füllen Sie bitte die notwendigen Angaben in diesem Formular aus und wir informieren Sie gern direkt und unkompliziert. Als Sofortmaßnahme bieten wir Ihrer Schule kostenlose Zugänge für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bis Ende März an.

Hat Teheran eine gute Internetverfügbarkeit, damit die Kinder weiterhin gut arbeiten können?

Johannes Claassen: „Das Internet im Iran ist gut ausgebaut und weitgehend stabil. Aber es gibt Beschränkungen, sodass man z. B. nicht auf YouTube, Facebook oder ähnlichen Seiten surfen kann.“

Mit welchen Geräten arbeiten die Schülerinnen und Schüler dabei?

Johannes Claassen: „Teilweise nutzen sie ihren eigenen Handys oder die der Eltern. Damit sind auch alle soweit versorgt.“

Was würden Sie Lehrkräften und Schulen sagen, die jetzt in Deutschland und anderen Ländern in eine ähnliche Fernlern-Situation geraten?

Johannes Claassen: „Ich sehe zwei wichtige Bereiche, die zu bedenken sind:

1. Beachten Sie die psychologische Dimension. Es reicht nicht, nur Aufgaben und Arbeit an die Schülerinnen und Schüler zu verteilen. Die Kinder sind jetzt größtenteils isoliert und verbringen keine Zeit mehr mit ihren Freundinnen und Freunden. Die Schule ist ein sozialer Ort und keine Lernfabrik! Deswegen rate ich, zu überlegen, wie Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern in Kontakt bleiben können. Es sollte eine unkomplizierte Kommunikation zwischen der Lehrkraft und den Schülerinnen und Schülern, aber auch untereinander möglich sein. Ein gemeinsamer Schulalltag sollte weiterhin stattfinden.

2. Es bedarf eines guten Methodenmixes. Die eigene Lehrerpersönlichkeit sollte weiterhin in den Unterricht einfließen. Eigene Lernvideos können das leisten, genauso wie Sprachnachrichten zur Anleitung, Anregung oder Rückmeldung.

Mit den meist zur Verfügung stehende Smartphones können die Kinder ebenfalls zu Medienproduzierende werden und den Unterricht mit eigenen Präsentationen im Videoformat bereichern.

Online-Tools tragen wesentlich dazu bei, das Unterrichtsgeschehen interaktiv zu halten. Die Gestaltung der Lernvideos bei sofatutor ist gut dafür geeignet, komplexe Inhalte schnell auf den Punkt zu bringen. Dass das keine Selbstverständlichkeiten ist, merkt jede Lehrkraft, die selbst schon mal versucht hat, ein eigenes Lernvideo zu produzieren.“

Wie sofatutor auch Ihrer Schule helfen kann

Falls Ihre Schule auch von der Schließung betroffen ist, füllen Sie bitte die notwendigen Angaben in diesem Formular aus und wir informieren Sie gern direkt und unkompliziert. Als Sofortmaßnahme bieten wir Ihrer Schule kostenlose Zugänge für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bis Ende März an.

Titelbild: © privat / zugeschnitten von sofatutor