Entspannungsübungen fürs Klassenzimmer

Egal, wie spannend der Unterricht ist, nach einer gewissen Zeit lässt die Konzentration der Klasse nach. Die Schülerinnen und Schüler werden unruhig und rutschen auf den Stühlen hin und her. Es wird gequatscht, gelacht und genervt. Um Ruhe in die Klasse zu bringen und das Konzentrationsvermögen der Einzelnen zu fördern, eignen sich Entspannungsübungen. Wir haben eine Reihe von verschiedenen Übungen zum Dehnen, Kräftigen, Aktivieren und Entspannen rausgesucht, die alle in wenigen Minuten gemacht werden können.

Körper und Kopf lockern

  • Entspannen mit Grimassen (Dauer: 2 Minuten)
    Die Schülerinnen und Schüler halten ihre Hände vor das Gesicht und schließen die Augen. Sie atmen tief ein, bis sich der Bauch wölbt, halten die Luft an und atmen dann langsam aus. Dabei sollen sie sich an ein schönes Erlebnis erinnern. Nach etwa fünf tiefen Atemzügen, ziehen die Schülerinnen und Schüler Grimassen hinter ihren Händen. Durch die Gesichtsmuskelübung wird nicht nur das Gesicht gelockert und entspannt, sondern auch der ganze Körper.

  • Bäumchen rüttel und schüttel dich (Dauer: 5 Minuten)
    Die perfekte Übung, um Verspannungen im Nacken, in den Schultern oder im Rücken zu vermeiden und überschüssige Energie abzulassen: Die Klasse stellt sich hin und hüpft für eine Minute ganz locker auf der Stelle. Dabei werden Schultern, Arme und Hände geschüttelt. Dann werden im Stehen die Schultern 30 Sekunden nach hinten und 30 Sekunden nach vorne gerollt. Nun hüpft und schüttelt sich die Klasse eine weitere Minute. Anschließend wird für eine Minute der Kopf langsam von links nach rechts und von rechts nach links gerollt und zum Schluss wieder eine Minute gehüpft, geschüttelt und gerüttelt.

Spielerische Entspannungsübungen

Das Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen hat ein paar Spielideen zur Entspannung erfunden. Die Übungen eignen sich vor allem für Kinder bis zur sechsten Klasse:

  • Recken und Strecken (Dauer: 3 Minuten)
    Die Kinder sitzen auf ihren Stühlen, recken und strecken ihre Arme und Hände und lassen sie dann locker fallen. Dann strecken sie die Beine und Füße und lassen sie wieder locker fallen. Nun stehen die Kinder auf und recken sich erneut – zuerst die Arme und Hände, dann die Füße und Beine. Beim nächsten Durchgang wird die Reck- und Dehnungsphase länger, um die Entspannung deutlicher zu spüren.

  • Ballon aufblasen (Dauer: 5 Minuten)
    Ein Kind sitzt locker auf einem Stuhl, Kopf und Oberkörper sind nach vorne gebeugt. Es soll sich vorstellen, ein Ballon zu sein, der von einem Mitschüler oder Mitschülerin aufgeblasen wird. Der Partner oder die Partnerin ahmt eine Luftpumpe durch tiefes Einatmen und zischendes Ausatmen nach, der „Ballon‟ wird langsam aufgeblasen und das Kind richtet sich auf, bis es aufrecht sitzt. Diese gespannte Position soll kurz gehalten werden, bevor das Kind die Luft langsam oder auch schnell ablässt und der „Ballon‟ erschlafft.

  • Spiegelbild (Dauer: 3 bis 5 Minuten)
    Die Lehrkraft nimmt eine bestimmte Körperhaltung ein und die Kinder machen diese nach. Jede Figur sollte für mindestens 30 Sekunden gehalten werden. Alle möglichen Positionen sind denkbar, z. B. auf einem Bein stehen, eine Hand auf die Nase und die andere Hand auf der Hüfte abwinkeln.

Entspannungsübungen mit allen Sinnen

  • Das offene Fenster
    Die Kinder sitzen still und schließen die Augen. Ein Fenster wird geöffnet. Sie sollen nun auf alles achten, was sie hören. Nach einem Signal, z. B. einem Gong, dürfen sie die Augen öffnen und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern erzählen, was sie alles gehört haben.

  • Der leise Ton
    Alle Schülerinnen und Schüler sitzen ganz still da und versuchen, so lange wie möglich einem Ton (Gong, Triangel, usw.) nachzuhören. Wer nichts mehr hört, darf die Augen öffnen.

  • Wie lange ist die Zeit?
    Die Schülerinnen und Schüler schauen sich den Sekundenzeiger einer Uhr für eine Minute an. Dann schließen alle die Augen für eine weitere Minute. Wer glaubt, die Minute sei vorbei, steht ruhig am Platz auf und wartet auf die anderen.

  • Gorilla-Atmung
    Die Kinder stellen sich vor, ein Gorilla zu sein. Sie atmen tief ein, brüllen beim Ausatmen wie ein Gorilla und trommeln sich dabei auf den Brustkorb.

Titelfoto: ©Sergey Nivens/Shutterstock