Lehrerarbeitslosigkeit trotz aktuellem Lehrermangel – wie geht das?

Wegen steigender Schülerzahl werden händeringend Lehrkräfte gesucht. Trotzdem werden in einigen Bundesländern Pädagogen über die Ferien in die Arbeitslosigkeit entlassen oder einige Lehrkräfte gar nicht erst eingestellt.

Woher kommt der dramatische Lehrermangel?

Bei ihrer jüngst veröffentlichten Studie „Aktuelle Bevölkerungsentwicklung und Folgen für die allgemeinbildenden Schulen“ hat die Bertelsmann Stiftung im Gegensatz zu der Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) die angestiegene Zuwanderung und Geburtenrate berücksichtigt. In ihrer Rechnung wird es im Jahr 2025 8,3 Millionen Schülerinnen und Schüler geben. Die KMK ging in ihrer Prognose im Jahr 2013 hingegen von nur 7,2 Millionen aus. Diese steigende Schülerzahl könne 24.000 fehlende Grundschullehrkräfte im Jahr 2025 nach sich ziehen. An weiterführenden Schulen werden es bis 2030 sogar noch mehr sein. Hier müssten laut Stiftung 27.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Wie reagieren die Bundesländer?

Schon jetzt besteht wegen der angestiegenen Zuwanderung in Deutschland ein hoher Bedarf an Lehrkräften. So hat Berlin zum Februar 970, Nordrhein-Westfalen 1229 und Baden-Württemberg in den vergangenen zwei Schuljahren 6000 neue Lehrkräfte eingestellt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Hessen hat bereits Schwierigkeiten ihre 2500 neu geschaffenen Stellen zu besetzen. In NRW wie auch in anderen Bundesländern wurden bereits pensionierte Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst zurückgerufen.

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Trotzdem wurden, laut GEW, deutschlandweit 9000 Lehrkräfte mit befristeten Verträgen über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit entlassen. Hinzu kommt, dass viele junge Lehrerinnen und Lehrer keine Stelle finden, z B. in Bayern. Hier heißt es vom BR: „Der Markt für Lehrer sei leergefegt, zehntausende Unterrichtsstunden fielen aus, und gleichzeitig stünden rund 5.000 Lehrkräfte auf der Straße.“

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Warum gibt es trotzdem arbeitslose Lehrkräfte?

„Es sind häufig dieselben Bereiche, in denen Lehrer fehlen, nämlich an Grund- und Förderschulen und in der Sekundarstufe I, während es im Gymnasium eher einen Überhang gibt. Hier sind nur Lehrkräfte für Mangelfächer wie Latein, Physik, Informatik oder Kunst gefragt“, so die Süddeutsche Zeitung. Das bedeutet, dass Lehrerinnen und Lehrer mit beliebter Fächerkombination es schwieriger haben, eine für sie passende Stelle zu finden. Aus diesem Grund hat Hessen bereits angefangen, arbeitslose Gymnasiallehrkräfte für die Grundschule umzuschulen. Das bedeutet aber auch, dass sich arbeitslose Lehrerinnen und Lehrer auf eine andere Schulform einlassen und einen Umzug in Kauf nehmen müssen, um der Arbeitslosigkeit und befristeten Verträgen zu entkommen. Langfristig seien aber die Jobchancen für Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer und Schulformen, laut Süddeutsche, gut, da die Schule in vielen Ländern vor einem Generationswechsel stünden.

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