Loblied auf Lehrerinnen und Lehrer

Das ganze Jahr über wird auf Lehrerinnen und Lehrer geschimpft. Für schlechte Noten und schlechte Erziehung sind selten Schüler selbst oder Eltern verantwortlich, sondern die liebe Lehrkraft, die nicht im Stande ist, den Schülerinnen und Schülern Wissen und Anstand einzutrichtern. Elternabende werden zu Tribunalen, Jahreszeugnisse zum Klagegrund und wehe der Rotzbengel Michael bekommt einen Verweis, dann steht der wutschnaubende Vater ganz schnell beim Direktor und beschwert sich über das unfaire Verhalten seinem Jungen gegenüber.
Was man über Lehrkräfte liest, ist meistens nicht sehr schmeichelhaft. Doch wir wollen zum Jahresende einfach allen Lehrerinnen und Lehren ein großes „Danke‟ weitergeben. Dazu haben wir die schönsten Lobreden auf Pädagogen herausgesucht.

„Selbst wenn ein Gespräch über gute Pädagogen ein Schweigen über viele schlechte einschließt, so ist es höchste Zeit, diesem schweren Beruf einmal mit Pauken und Trompeten allerhöchstes Lob zu singen,” schreibt die Berliner Zeitung. „Lehrer und Lehrerinnen sind Helden des Alltags, Pioniere der Lebensbewältigung, Experten für alle Daseinsfragen und Vorkämpfer für Erweckungserfahrungen.” Pädagogen seien wahre Entertainmentkünstler, die jeden Tag sieben Stunden live auf Sendung sind und das ohne Hilfe von Referenten und Anheizern. Das Publikum verzeiht keinen Fehler und kleinste Versprecher werden für die Ewigkeit in Jahrgangsbücher und Abizeitungen festgehalten. Unterricht sei also „die intensivste Live-Erfahrung”, die man sich vorstellen kann. Wer das jeden Tag meistert, verdient unseren Respekt!

Die Süddeutsche Zeitung lobt alle Lehrkräfte, die einen tollen Job machen trotz praxisferner Ausbildung, ständigen Reformwirrwarr und Eltern, die Schule „gern als niedere Serviceleistung des Staates” betrachten. In seinem Plädoyer für einen verkannten Beruf erinnert sich der Autor Alex Rühle an „pädagogische Ausnahmetalente”, an Lehrer und Lehrerinnen seiner Schulzeit, denen er „alles verdankt.” Pädagogen machen den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Unterricht. Entscheidend für Erfolg und Misserfolg seien „Respekt, Anspruch, Autorität und Liebe,” Liebe der Lehrkraft zum Fach und Liebe zu den Schülern. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist es „das Wunder, wie viel guter Unterricht in diesem Land abgehalten wird.” Diesen guten Unterricht haben wir Lehrern und Lehrerinnen zu verdanken, die ihren Beruf mit Herz und Seele machen – dafür also ein großes Danke!

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Dass der Lehrerberuf kein Zuckerschlecken ist, fand auch die Stuttgarter Zeitung und hat ein „politisch völlig unkorrektes, aber von Herzen kommendes Dankeschön” ausgesprochen. Denn obwohl über Lehrer und Lehrerinnen Witze gerissen und sie für alles Unglück der Welt verantwortlich gemacht werden, kümmern sich viele Pädagogen „um unsere ungezogenen, zickigen, ungewaschenen, vorpubertierenden, impertinenten, arroganten, vorlauten, unhöflichen, dummen, bösen, altklugen, geistlosen Kinder,” als wären es ihre eigenen. Ein jeder Nichtlehrer möchte „UM GOTTES WILLEN” niemals Lehrer werden und diese Rotzlöffel unterrichten. Doch danken tut es den Lehrkräften niemand, wenn sie mit den Kindern in Schullandheime fahren, von denen die Schüler und Schülerinnen mit leuchtenden Augen zurückkehren. Wenn sie Sonntage damit verbingen, Zusatzvorstellungen der Theater-AG aufzuführen. Ebenso selten wird ihnen gedankt, wenn sie die Kinder „ein bisschen weniger ungezogen, zickig, ungewaschen, vorpubertierend, impertinent, arrogant, vorlaut, unhöflich, dumm, böse, altklug und geistlos” machen. Für diese (undankbare) Arbeit gibt es nun also ein großes Lob an alle Lehrerinnen und Lehrer! Machen Sie weiter so!

 

Titelbild: ©lculig/Shutterstock.com