Lernmythen: Helfen Eselsbrücken beim Merken?

Egal ob Planetennamen oder englische Grammatik – für jedes Problem gibt es die passende Eselsbrücke. Aber helfen die schlauen Merksätze tatsächlich beim Lernen?

Wie soll man sich das nur merken?

Manche Daten und Fakten wollen einfach nicht im Gedächtnis hängenbleiben. Doch anstatt dir einen Spicker für die nächste Klausur zu schreiben, versuch’s mit einer Eselsbrücke.
Eselsbrücken sind dein Spicker für den Kopf. Was du dafür brauchst? Eine Prise Fantasie und ein paar Minuten Zeit.

Ein Beispiel für eine gute Eselsbrücke:
Mein – Merkur
Vater – Venus
erklärt – Erde
mir – Mars
jeden – Jupiter
Sonntag – Saturn
unseren – Uranus
Nachthimmel – Neptun

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Wie Eselsbrücken funktionieren

Können wir uns Dinge, wie die Anzahl und Namen der Planeten im Sonnensystem, mit Eselsbrücken besser merken?
„Nein“, denkst du. Die Vierhufer sind schließlich nicht gerade für ihre Cleverness bekannt.

Tatsächlich sind Esel ängstliche Zeitgenossen und sträuben sich beharrlich, kleinste Bäche oder Gewässer zu überqueren. Durch die spiegelnde Oberfläche können sie nicht einschätzen, wie tief die Wasserläufe sind. Also baute man Brücken, um die grauhaarigen Tiere trotz eines Umweges an ihr Ziel zu führen.

Auch Merkhilfen sollen Lernstoff über eine kleine Umleitung in dein Langzeitgedächtnis transportieren. Denn unser Kopf ist so stur wie ein Esel, wenn es darum geht, sich reine Zahlen und Vokabeln zu merken. Eselsbrücken ermöglichen es, umfangreiche Inhalte stark zu vereinfachen und helfen besonders bei Sachverhalten, die wir nicht sofort als logische Zusammenhänge erkennen können.

Lerninhalte mit Bildern verknüpfen

Viel leichter fällt es, in Bildern und Geschichten zu denken. Um im anstehenden Test eine gute Note zu schreiben, brauchst du nicht nur Köpfchen, sondern auch Vorstellungskraft und Motivation. Schon der griechische Philosoph Aristoteles erkannte, dass Denken nicht ohne Bilder funktionieren kann. Auch Gedächtnisforscher sind sich heute sicher, dass wir uns an bildliche Inhalte besser erinnern als an abstrakte Themen.
Außerdem gehen sie davon aus, dass Gefühle die Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit deutlich steigern. Um sich den Lernstoff zu merken, muss er also zu etwas Besonderem gemacht werden. Kostprobe gefällig? Wirf doch mal einen Blick auf die folgenden Eselsbrücken:

Clevere Eselsbrücken:

  • Das wissen auch die netten Tanten – der Plural von Atlas ist Atlanten.
  • Volt mal Ampere ergibt in Watt, was der Strom geleistet hat.
  • „Yesterday“, „ago“ und „last“ fordern stets das simple past. „Never“, „ever“, „since“ und „for“ ziehen das present perfect vor.
  • Das „s“ bei „das“ muss einfach bleiben, kannst du dafür „dieses“, „jenes“ oder „welches“ schreiben.
  • Nach l, m, n, r das ist doch klar, steht nie tz und nie ck.
  • Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.
  • Stalagmiten und Stalagtiten: Stalagmiten sind müde – darum sitzen sie auf der Erde.

Doch was passiert, wenn Wissenschaftler plötzlich einen völlig neuen Planeten im Sonnensystem entdecken und du den altbekannten Merkvers nicht mehr nutzen kannst? Oder du willst alle deutschen Bundesländer auswendig lernen, findest aber keinen passenden Merkssatz. Hier gilt es: Ruhe bewahren und nicht die Esel Scheu machen! Du kannst du dir deine Merkhilfen ganz einfach selber bauen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Lernsätze für andere verständlich sind. Wichtig ist allein, dass sie für dich funktionieren.

Fazit: Ja, Eselsbrücken sind sinnvoll fürs Lernen. Informationen, die du in Bilder, Geschichten oder Verse verpackst, wandern schneller ins Langzeitgedächtnis.

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Über die Autorin


Fiene

Fiene studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation (B.A.). Als Werkstudentin unterstützt sie das sofatutor-Team in allen kreativen Bereichen. Neben psychologischen Themen begeistert sie sich vor allem für fiktive Welten und phantastische Geschichten. Sie ist sich sicher, dass sie in den Berliner Straßen irgendwann einem echten Einhorn begegnen wird.

Titelbild: ©sofatutor.com

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