Kinder im Medienrummel – wie ich als Mutter und Bloggerin damit umgehe

Als Autorin und Expertin steht Mama Christine immer wieder im Licht der Öffentlichkeit. Und manchmal spielen auch ihre Kinder eine Rolle. Wie finden die das eigentlich?

Es fing ganz harmlos an. Als mein erstes Kind unterwegs war, schrieb ich als Abschlussarbeit für die Journalistenschule einen langen Text, in dem ich darüber berichtete, wie es sich anfühlt, schwanger zu sein – und zwar aus meiner persönlichen Wahrnehmung und ergänzt um die allgemeinen Fakten zum jeweiligen Schwangerschaftsmonat. Das Kind im Bauch war ein Teil von mir. Darüber zu schreiben, schien mir natürlich. Dass mein Bericht auf zwei ganzen Seiten im Hamburger Abendblatt erschien, machte mich stolz, aber ansonsten dachte ich in den vergangenen Jahren nicht mehr an diesen Einstieg in mein Journalistinnenleben.

Wer übers Familienleben bloggt, exponiert die Familie zwangsläufig

Aus einem Kind wurden drei und ich schrieb als Familienjournalistin weiterhin über Schwangerschaften und Kinder, wenn auch nicht über meine. Stattdessen befragte ich Expertinnen und Experten, andere Eltern und behandelte reine Sachthemen. Das hätte von mir aus auch noch sehr lange so weitergehen können, aber der Arbeitsmarkt wollte es anders.

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Irgendwann kam ich zum Bloggen und fand so zu meinem Ursprung zurück: Ich erzählte aus meinem Leben. Und zwar aus meinem Leben als Frau und Mutter. In meinem Blog schreibe ich über strukturelle Probleme von Familien und Alleinerziehenden aus persönlicher Sicht. Mit meinem echten Namen und es versteht sich von selbst, dass meine Kinder dabei eine Rolle spielen.

Allein das finden einige verwerflich. So wie es etliche Menschen gibt, die sagen, Kinderbilder hätten im Netz nichts verloren. Genauso hätten sie nichts in Fernsehdokus, Reportagen in Zeitschriften und im Radio zu suchen. Das kann man so sehen. Nicht von ungefähr halten etliche Promis ihre Kinder komplett aus der Öffentlichkeit raus. Das würde aber zu mir und meinem Engagement nicht passen. Denn meine Familie ist ein bedeutender Teil dessen, was ich ans Licht der Öffentlichkeit bringen will – ich kann und möchte meinen Alltag nicht so weichspülen, dass er sich liest wie ein oberflächlicher Magazintext.

Mitdenken für die Kinder und gleichzeitig ihre Meinung ernst nehmen

Also tauchen meine Kinder nicht nur in meinem Blog, sondern auch teilweise in Interviews mit mir auf. Es gab schon Fernsehbeiträge, in denen sie zu sehen waren, wobei ich jeweils gründlich abwäge, in welchem Medium ich was öffentlich mache. Und natürlich frage ich die Kinder, je nach Alter und Format, ob sie überhaupt mitmachen wollen. Dabei ist mir immer bewusst, dass sie sehr viel weniger gut als ich abschätzen können, was solch ein Erscheinen im Fernsehen oder einer überregionalen Zeitschrift für sie bedeutet – es ist meine Aufgabe als Erziehungsberechtigte, das mitzudenken.

Wie viele Interview-Angebote und -Anfragen ich abgelehnt habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Es waren viele über die Jahre. Manchmal sage ich zu, aber das mache ich vom jeweiligen Medium und dem Inhalt des Berichts abhängig. Ich wäge dabei auch ab, wie viel von den Kindern dort zu sehen sein wird. Wenn es für die Botschaft sinnvoll ist, bin ich geneigt zuzustimmen, die Kinder zu zeigen. Dies aber selbstredend nur, wenn sie ebenfalls einverstanden sind. Und so kommt es, dass mein Sohn (13) fast nie in der Öffentlichkeit zu sehen ist, die Jüngste (10) ziemlich oft – weil es ihr Spaß macht – und meine Große (18) gelegentlich und auch nach reiflicher Überlegung.

Öffentlichkeit kann auch schützen und nützen

Dass ich im Blog und in den Medien aus ihrem und unserem Leben erzähle, finden meine Kinder normal. Und wenn ihnen mal etwas nicht passt, dann sagen sie es mir. Ich sorge dann für Abhilfe. Trotzdem bleibt natürlich ein gewisses Risiko: Jeder kann meinen Blog lesen und man findet mich und meine Kinder leicht im Internet.

Das kann auch Vorteile haben, wie ich kürzlich erleichtert feststellen durfte: Meine älteste Tochter hat nach langer Suche endlich eine Studentenbude gefunden. „Mama, mein Vermieter hat mich im Internet gegoogelt und deinen Blog gefunden!“, verkündete sie mir eines Abends aufgeregt. Mir wurde kurz bange. Würde sich jetzt das Exponieren in der Öffentlichkeit rächen? Dann aber fügte die Große freudestrahlend hinzu: „Er findet es toll, wie ich meinen Weg gehe und jobbe, um mir den Auszug zu finanzieren. Deswegen kommt er mir bei *diesem und jenem* total großzügig entgegen!“ Sie lesen richtig. Ich verrate ich Ihnen nicht, weder hier noch im Blog, worum es sich handelt. Denn meine Tochter will, dass es privat bleibt. Und das respektiere ich. Auch wenn ich‘s total gerne erzählen würde. Es ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass wir mit uns im Reinen sind. Und dass meine Tochter so einen tollen Vermieter gefunden hat. Hören Sie den Stein, der mir vom Herzen plumpst?

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Titelbild: © victoras/shutterstock.com

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