Redewendung: Aus dem Nähkästchen plaudern

Die Oma von Max geht jeden Donnerstag zu einem Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen. Das heißt, sie ist am Donnerstagnachmittag nie zu Hause. Doch den einen Donnerstag ruft sie plötzlich an und erkundigt sich, ob Max ihr helfen könne. Der wundert sich und fragt, ob sie denn nicht mehr zu ihrem Kaffeeklatsch gehe? Darauf antwortet sie nur: „Nein, die plaudern mir alle zu viel aus dem Nähkästchen. Die Geheimnisse anderer Leute interessieren mich nicht und gehen mich auch nichts an.“

Wenn jemand von Dingen erzählt, die andere eigentlich nichts angehen, dann heißt das oft beschönigend, dass derjenige aus dem Nähkästchen plaudert.
Die Redewendung geht auf eine Zeit zurück, in der noch viel selbst gestrickt, gehäkelt, genäht und Kleidung neu angefertigt, repariert oder geflickt wurde. Das wichtigste Handwerkszeug bewahrte man dafür in einem Nähkästchen auf. Dieses Nähkästchen diente den Frauen aber auch als geheimes Versteck, in dem sie Sachen und Dinge aufbewahrten, auf die keiner Zugriff haben sollte, so z. B. geheime Liebesbriefe. Traf man sich dann gemeinsam zum Nähen, wurden die Geheimnisse ausgepackt und aus dem „Nähkästchen geplaudert“.

In dem berühmten Roman „Effie Briest“ von Theodor Fontane versteckt die Protagonisten Effie auch geheime Liebesbriefe in ihrem Nähkästchen, damit ihr Ehemann sie nicht findet. Das Übel, welches diese Redewendung birgt, nämlich was passieren kann, wenn aus dem Nähkästchen geplaudert wird, brachte Fontane hier dramatisch zu Papier.

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Titelbild: ©sofatutor

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